Nitroverbindungen.
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Die primären, secundären und tertiären Nitroparaffine zeigen gegenüber der salpe-trigen Säure ein abweichendes und charakteristisches Verhalten. Die primären Nitro-körper geben beim Vermischen ihrer alkalischen Lösung mit Kaliumnitrit und demnachherigen Ansäuern (1) die Nitrolsäuren, deren Constitution als Nitro-isonitroso-körper sich namentlich auch aus ihrer Bildung aus einem Dibromsubstitutionsproductund Hydroxylamin (2) ergibt; man hat so z. B. für die Aethylnitrolsäure die Bildungs-gleichungen :
(1) CH 3 -CH 2 -N0 2 + NO-OH = CH 8 • C(N ■ OH)(N0 2 ) + H 2 0;(2) CH 3 CBr 2 -N0 2 + NH 2 -OH = CH 3 • C(N • OH)(N0 2 ) -f. 2BrH.Diese an und für sich farblosen und gut krystallisirenden Nitrolsäuren sind in Al-kalien unter Bildung zersetzlicher, aber eine charakteristische intensiv rothe Färbungbesitzender Salze löslich. Besonders in der Wärme spalten sich die Nitrolsäuren in Fett-säuren, Stickstoff und Stickstoffdioxyd:
2CH 3 -C(N-0H)(N0 2 ) = 2C1VCOOH -f N0 2 + 3N.
Mischt man die secundären Nitroparaffine bei Gegenwart von Alkali mit Kalium-nitrit und säuert hierauf mit verdünnter Schwefelsäure an, so scheiden sich unter baldverschwindender intensiv blauer Färbimg die mit den Nili-olsüuren isomeren Psendo-nitrole ab. die man als Nit ro-nitrosokBrpeT auffa ssen kann (vgl. II. 29, '.)()):(CH,),CH-NO, + NO 'OH + (CH 8 ) 2 C(NO)(N0 2 ) +H 2 0.
Ueber eine empfindliche Beaction der hochmolecularen primären und secundärenNitrokörper (Kothfärbung von Aether) s. B. 28, 1851.
In geschmolzenem oder gelöstem Zustande zeigen die Bseudonitrole Blaufärbung.Auf tertiäre Nitroparaffine endlich wirkt salpetrige Säure nicht ein. Nach alledemist es ein leichtes die drei Classen der Nitroparaffine von einander zu unterscheiden.
Bromnitroparaffine geben mit KN0 2 und KOH Dinitroparaffine(die man aus den Pseudonitrolen durch Oxydation mit Chromsäure inessigsaurer Lösung erhält und die auch aus Ketonen bei Einwirkungstarkor Salpetersäure gewonnen werden); man hat so beispielsweise:CH 3 • CHBr N0 2 + KNO a + KOH = CH 3 ■ CK(N0 3 ) 2 + KBr + H 2 0.° In den Halogennitroparaffincn lässt sich das Halogen durch Alkyleersetzen; so gibt z. B. Chlorpikrin mit Zinkmethyl tertiäres Nitrobutan(B. 26, 129.).
Nitromethan, CH 3 'N0 2 . Ausschliessliches l'roduct der Wechselwirkung vonAo-N0 2 und CH 3 J; oder aus Kaliumnitrit und chloressigsaurem Kalium in Lösung:CH 2 Cl • C0 2 K + KN0 2 + H 2 0 = CH 2 (N0 2 ) • C0 2 K + KCl + H 2 0 =CH 3 N0 2 + C0 3 HK + KCl.
Specifisch schweres Oel, Sdp. 101°. Die Schwermetallsalzo explodiren heftig. Er-hitzen mit Salzsäure spaltet in Ameisensäure und Hydroxylamin (vgl. B. 20, 531).
Methylnitr Ölsäure, CH(N-OH)(N0 2 ). Zersetzliche Nadeln. Smp. 64°.
Nitroform (Trinitromethan), CH(N0 2 ) 3 . (Schischko w). Aus mehreren Sub-stanzen mit N0 3 H. Am leichtesten aus Trinitroacetonitril durch Kochen mit Wasser:C(N0 2 ) 3 • CN 4- 2H 2 0 = C(N0 2 ) 3 ' NH 4 -f- C0 2 , und Zersetzen des Ammoniumsalzes durchSchwefelsäure. Wasserlösliche Krystallo; Smp. 15°. Starke Säure. Explodirt beim Er-hitzen.
Tetranitromethan, C(N0 2 ) 4 . Aus Nitroform und Salpeterschwefelsäure. Smp. 13°.Siedet unzersetzt bei 126°. Lässt sich nicht entzünden.
Trichlornitromethan (Chlorpikrin), CC1 3 (N0 2 ). Aus vielen Chlorsubstitutions-produeten mit Salpetersäure, oder aus Nitroproducton (Nitromethan, Pikrinsäure etc.) mitChlor oder Chlorkalk. Farblose, stechend riechende Flüssigkeit; Sdp. 112°. Spec. Gew.1'69 bei 0°. Tribromnitromethan (Brompikrin). CBr 3 (N0 2 ). Prismen. Smp. 10°.
Nitroätaan, C 2 H 6 N0 2 . Flüssigkeit: Sdp. 113—114°. Spec. Gew. 1-06 bei 10°.
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