Stickstoffhaltige Verbindungen.
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1. Durch Aufnahme von Sauerstoff (und entsprechend verhältsich Schwefel) gehen die Cyanide in Isocyanate (resp. die schwefel-haltigen Sulfocyanate) über, in denen man doppelt an Kohlenstoffgebundenen Stickstoff anzunehmen hat, und die sich von der leicht poly-merisirbaren gewöhnlichen Isocyansäure 0:C:N - H ableiten:
K-C ! N + 0 = O : C: N-K; K-C ! N + S = S : C : N'K.Dem hierdurch aus dem Cyankalium gebildeten Kaliumisocyanatentsprechen analog constituirte Alkylester, wie Methylisocyanat,0 : C : N • CH 3 ; ausserdem kennt man aber noch isomere „normale"Ester, z. B. Methylcyanat, N : C - 0'CH 3 , das bei Einwirkung von Chlor-cyan CNC1 auf Natriummethylat, Na-0'CH 3 , entsteht. Eine normaleCyansäure, NiOO-H, ist dagegen nicht bekannt. (Vgl. PseudomerieS. 187).
2. Behandelt man den' Cyanwasserstoff oder ein Alkylcyanid, wiez. B. Methylcyanid, mit nascirendem Wasserstoff (aus Zink undSchwefelsäure)" so wird dieser aufgenommen und es entsteht ein Amin,in welchem der Stickstoff nur noch einfach an den Kohlenstoff gebundenerscheint *
H • CN + 2 H a = H • CH, ■ NH 2 (Methylamin).CH 3 •'CN -|- 2 H 2 = CH 3 • CH 2 ■ NH 2 (Aethylamin).
3. In ähnlicher Weise sind die Cyanide im Stande, unter dem Ein-flüsse von Säuren oder Alkalien die Elemente des Wassers aufzunehmen,wobei zunächst immer ein Säureamid entsteht, während bei fortgesetzterWasseraufnahme das Stickstoffatom in Form von Ammoniak ganz vomKohlenstoff abgelöst wird, so dass Säurehydrat und NH 3 resultiren:
CH 3 " CN + H 2 0 = CH 3 • CO ■ NH 2 (Acetamid);
CH 3 -CO-NH 2 + H 2 0 = CH 3 -CO-OH -j- NH 8 .
Unterschiedlich hiervon zerfallen die Isocyanide unter Wasserauf-nahme in Amine und Ameisensäure (s. u.).
Indem man in solchen Molecülen, welche die Gruppen* C \ N, * C:NHund | C • NH 2 enthalten, alle Arten von Substitutionen auszuführen ver-mag, gelangt man zu einer ganzen Reihe von wichtigen Körperclassen.
Umgekehrt verliert Ammoniumacetat bei der trocknen DestillationWasser und liefert Amid, das durch weitere Wasserentziehung (ver-mittelst P 2 0 5 ) schliesslich in Methylcyanid (Acetonitril) übergeht:
CH, • CO • ONH 4 = CH a • CO • NH 2 (Acetamid) + H 2 0;
CH 3 • CO ' NH 2 = CH 3 ■ CN (Acetonitril) -j- H 2 0.Amine und Amide lassen sich als „substituirte Ammoniake"auffassen, d. h. als Ammoniak, in welchem Wasserstoffatome durch Al-kohol- resp. Säureradieale ersetzt sind:
•H -CH, -C 16 H 33 -COH
N-H NH NH NH
•H -H -H -H
Ammoniak Methylamin Hexadecylamin Formamidu nd dementsprechend gelingt auch mit Leichtigkeit ihre Darstellungdurch Einwirkung von NIL, auf die Halogenverbindungen von Alkohol-oder Säureradicalen:
•CO.C 15 H 31N-HH
Palmitamid