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Animalische Mittel.
Krank-heiten.
Auf-bewahrung
olivenfarbigem Grunde sechs rote (rostfarbene) schwarzgefleckte Längsbin-den, der hellere, gelbgrüne Bauch ist schwarz gefleckt. Der ungarischeBlutegel hat auf dem Bücken sechs breitere gelbe, durch schwarze Punkteoder durch umfangreichere schwarze Stellen unterbrochene Längsbinden,die hellgrüne, schwarz eingefafste Bauchfläche ist nicht gefleckt.
Der Körper des Blutegels ist mit 95 deutlichen Ringeln versehen,von denen die ersten neun bis zehn dem Kopfe mit 10 Punktaugen an-gehören; die vier ersten bilden einen runden, löffelartigen Körper (Saug-napf), welcher als Haftorgan dient und die Mundöffnung mit den dreiweifsen, knorpeligen, halblinsenförmigen Kieferplatten einschliefst. Dieletzteren sind auf der konvexen Seite mit 80 — 90 feinen beweglichenZähnchen besetzt.' Der Körper endigt in eine fufsförmige, zum Haften ein-gerichtete Scheibe, vor welcher die Afteröffnung liegt. Die Blutegel sindZwitter, welche sich wechselseitig begatten; die Öffnung für den männ-lichen Geschlechtsteil liegt zwischen der 24. und 25. Bingel, die für dieweiblichen zwischen der 29. und 30. Bingel des Bauches.
Beim Ansetzen saugt sich der Blutegel zunächst an, dabei schiebter die Kiefern nach vorn, sodafs die Mundhöhle eine flache, scharf an-haftende Scheibe bildet, dann macht er durch Hin- und Herbewegen derZähnchen eine Wunde und schafft das aus der Wunde tretende Blut bisin die unterste Gegend des Magens, bis er eine cylindrische Form ange-nommen hat, d. h. sich vollgesogen hat, dann fällt er ab.
Im Handel kommen (nach der Gröfse) drei Sorten vor, die kleine(0,5 —1,0 gm. schwer), die mittelgrofse (1—2 gm. schwer) und die grofse(2 — 3 gm. schwer). Gewöhnlich bezieht man eine sogen, grofse Mittel-sorte, welche recht gute Dienste leistet.
Die Güte oder Gesundheit der Blutegel ist leicht an ihrer Munter-keit im Aufbevvahrungsgefäfse, an der frischen, lebhaften, nicht mattenBarbe und an dem raschen Ineinanderrollen bei der Berührung zu sehen.
Krankheiten. Die Blutegel sind manchen Krankheiten unterwor-fen, namentlich der Knotenkrankheit, bei welcher sich im Körper desEgels knotenartige Verhärtungen bilden, die bis zu Auftreibungen anwach-sen. Die Schleimkrankhei t besteht in einer übermäfsigen Schleimabson-dorung, die Ruhr in der Absonderung einer rot gefärbten Flüssigkeit ausMund und After. Die Krankheiten entstehen durch jähen Temperaturwechseldes Wassers, durch zu hartes, schlechtes und unreines Wasser und durchÜbervölkerung; sie sind ansteckend. Beim Auftreten einer Krankheitmüssen daher die gesunden Egel sofort von den kranken getrennt werden.
Aufbewahrung. Die Blutegel sind mit peinlichster Reinlichkeit zu' behandeln. Da sie in. der Apotheke nur einen vorübergehenden Aufent-halt haben, und ein Aufenthaltsort, der ihren Lebensbedingungen vollstän-dig entspricht, bis jetzt nicht gefunden ist, so bewahrt man sie am besten, in einem mit Siebdeckel versehenen oder mit Leinen zugebundenen Por-zellan- oder Steintopfe, welcher zu 2 / 3 mit weichem Flufswasser gefülltist, an einem säurefreien, kühlen (10 —12° C.) Orte. Wenn das Wassersich trübt oder Schleimflocken darin herumschwimmen, so mufs dasselbeerneuert werden und zwar durch Wasser, welches einige Zeit neben demAufbevvahrungsgefäfse der Egel gestanden und die Temperatur des altenWassers angenommen hat.