Physiologie. 47
d. h. durch Bildung neuer Zellen unter der Wurzelhaube. Die Rinde istparenehymatisch.
Die Gefäfsbündel sind bei den Monokotylen radial, sie bilden einengeschlossenen Kreis, welcher das centrale Mark (Verbindungsgewebe)umschliefst; die Wurzel der krautartigen Dikotylen hat in ihrem BauÄhnlichkeit mit der der Monokotylen, die der Holzpflanzen dagegengleicht mehr dem Stamm, doch sind die Zellen sowohl des Holz- wie desBastkörpers viel weiter, als im Stamm; daher ist die Wurzel im allge-meinen spezifisch Leichter als der Stamm.
Da, wo der Stamm ein Dickenwachstum hat, fehlt es auch der Wur-zel nicht.
Physiologie.
S 31. Die Pflänzenphysiologie beschäftigt sich mit den Lebens-erscheinungen der Pflanze, sie ist die Wissenschaft vom Leben der Pflanze.
Das Leben der Pflanze ist ein vegetatives, d. h. ohne Gefühl und Wil-lenskraft und beruht auf dem chemisch-physikalischen Prozefs der bestän-digen Umwandlungen, welche innerhalb der Pflanzenzellen vor sich gehen;sie werden hervorgerufen durch das lebendige stickstoffhaltige Protoplasmaund die diosmotische Thätigkeit der Zellmembran unter dem Einflufsvon Wärme und Licht.
Die rechte Thätigkeit der Zelle beginnt erst dann, wenn die Tempe- Em nur* derrata eine bestimmte Anzahl Wärmegrade (das Minimum) erreicht hat, wie des a ™ohte^wir dieses an der bleichen Farbe der Pflanzenteile sehen, welche bei kalterWitterung aus dem Boden hervorspriefson, sie wird mit Erhöhung der Tem-peratur energischer (im Optimum), bis ein gewisser Punkt (das Maximum)erreicht ist, dann tritt Verzögerung und endlich Stillstand ein. EineWärme über 50° C. scheint die Pflanze nicht vertragen zu können.
Ähnlich verhält sich die Pflanze zur Temperatuxerniedrigung. Beizu niedriger Temperatur ruht die Lebensthätigkeit, wie bei den perennie-renden Gewächsen im Winter, sie kann aber auch vernichtet werden. DerTod durch Erfrieren beruht darauf, dafs ein Teil dos Wassers bei derTemperaturerniedrigung aus den Zellen austritt, aufserhalb derselben ge-friert und Krusten bildet, wobei der Zelleninhalt konzentrierter wird undnicht gefriert. Beim langsamen Auftauen nun hat die Zellmembran Zeit,das ausgeschiedene Wasser wieder aufzunehmen, beim raschen Tauen istdies nicht möglich, es tritt in den Zwischenräumen der Zellen eine Stag-nation ein und die Pflanze beginnt zu faulen; oder das Wasser sucht sicheinen Weg nach aufson, dann schrumpfen die Gewebe durch Wasserman-gel und vertrocknen. Die untere Temperaturgrenze, bei der die Pflanzeihre Lebensthätigkeit noch fortsetzt, ist sehr verschieden, für tropische
Pflanzen liegt sie bei 15—16°
für Gewächse der gemäfsigten Zone etwa
bei 5°, für solche der kalten Zone etwas unter 0°. Das Optimum desWachstums haben die Pflanzen zwischen dem 22° und 36°.
Ebenso hat das Licht einen sehr grofsen Einflufs auf das Pflanzon-leben, nämlich auf die Bildung von Chlorophyll, auf die Assimilation