Schreibung
Ver-unreinigung
Spezieller Teil.
A. Drogen des Pflanzenreiches.
I. Ganze Pflanzen.
a. Algen.
Carrageen. Irländisches Moos.Liehen Carrageen, Carragaheen. Perlmoos.
Wurde von Graefe zu Anfang der dreifsiger Jahre dieses Jahrhundertsin den Arzneischatz eingeführt.
Das Carrageen ist ein Gemisch der beiden Algen Chondrus crispusLyngbye und Gigartina mamittosa Ag. (vgl. S. 80); beide zu den Flo-rideen, Familie Gigartinaceae, gehörig. Sie wachsen an der Küste derNordsee und des atlantischen Ozeans, und werden entweder bei Spring-fluten an den Strand getrieben, gesammelt, oder mit eisernen Eechen ausdem Meere gezogen. Die gröfste Menge liefert Nordamerika.
Beschreibung. Im frischen Zustande sind beide Algen sclrwarz-bis grünrot, durch wiederholtes Befeuchten an der Sonne werden sie ge-bleicht, indem der Farbstoff in der abgestorbenen Pflanze sich zersetzt unddurch Wasser ausgezogen werden kann. Zu diesem Zwecke werden sie inFässern mit Wasser gerollt, gut ausgewaschen und an der Sonne getrocknet.
So stellt das Carrageen höchstens handgrofse, knorpelige, durch-scheinende, laubartigo, flache oder rinnenförmige Lappen von bräunlich -bis weifslichgelber Farbe, und mit wellig-krausem Rande dar, welche ent-weder mehrfach dichotom geteilt oder nach oben f'eingeschlitzt sind. DieLappen sind entweder sehr schmal, linealisch, gespreizt, mit den äufserstenÄsten durcheinander geschoben, mit flachen, abgestutzten oder abgerun-deten Enden, oder sie sind stark verbreitert und bedecken einander. DieThalluslappen sind bei Chondrus crispus flach, bei Gigartina rinnenförmig(Fig 185). Die letztere Alge ist spärlich in der Droge vorhanden. BeimAufquollen in Wasser erhält das Carrageen seine ursprüngliche Gestaltund den eigentümlichen Seegeruch wieder*. Mit 30 Teilen Wasser über-gössen wird es schlüpferig weich, und damit gekocht liefert es einen fadeschmeckenden, in der Kälte ziemlich dicken Schleim, welcher du rch Jodnicht blau gefärbt wird.
Es enthält 55,5 -80% Carrageenschleim (Pararabin), Spuren von Jod,die Asche (14,1 °/ 0 ) ist reich an Sulfaten.
Verunreinigung. Verunreinigt ist die Droge mit andern Algen,mit kleinen Polypen und Blattkorallen, von ersteren läfst das D. A. III.