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2 (1894) Botanik, Pharmakognosie, spezielle Pharmazie
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AVahl-vermögen.

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Die Ernährung der Pflanze.

Insekten als Nahrung, sind aber wahrscheinlich nicht darauf angewiesen(s. Drosera); 3. die Sapxophyten, Fäulnifsbewohner, welche von toten Orga-nismen leben. Die Assimilation der Nährstoffe geschieht nicht durch die Thätig-keit des Protoplasmas, sondern durch die Wirkung diastatischer Fermente.

I. Die Bodennahrung.

Die Bodennahrang, also die anorganischen Nährstoffe, mufs sichdie Pflanze in flüssiger Form zu verschaffen suchen. Wichtig sind beson-ders lösliche Kalium-, Ammonium-, Calcium-, Magnesium- und Eisensalze,Phosphorsäure und Salpetersäure. Wiewohl der Stickstoff in der atmosphäri-schen Luft reichlich vorhanden ist, nimmt ihn die Pflanze doch vorwie-gend aus dem Boden, und zwar aus salpetersauren Salzen und Ammoniak-verbindungen, da der freie Stickstoff der Luft nicht aufgenommen werdenkann (aufser von den Leguminosen).

Nach den Versuchen von Schlösing, Laurent und Petermann sind esniedere Pflanzenorganismen, die sich im feuchten Boden entwickeln, welchedie Stickstoffaufnahme der Pflanzen vermitteln.

Bemerkenswert ist, dafs das Natrium, welches im Kochsalz eine sogrofse Verbreitung hat und in reichlicher Menge von den Strandpflanzen auf-genommen wird, doch zum Leben der Pflanze nicht notwendig ist und dafses auch das Kalium innerhalb des Pflanzenkörpers nicht vertreten kann.Über die Art der Verwendung der vorgenannten Salze steht fest,dafs die schwefelsauren und phosphorsauren Salze zur Konstitution derEiweifskörper und der diesen ähnlichen Verbindungen dienen. Die Cal-ciumsalze werden mit der Bildung von Kohlehydraten in Verbindunggebracht, da sie sich meist in den Pflanzenteilen finden, welche reich anStärke, Zucker u. s. w. sind, z. B. in den Kartoffelknollen, Zuckerrüben,Weintrauben u. a. Die Eisenverbindungen sind notwendig zur Bildungvon Chlorophyll, da Pflanzen, welche ohne Eisenzufuhr aufgezogen werden,sehr bald die grüne Farbe verlieren, also bleichsüchtig werden, dieselbeaber wdeder erhalten, wenn sie mit schwach eisenhaltigem Wasser begossenwerden.

Eine Pflanze kann sich normal bis zur Samenreife in einer Lösungentwickeln, welche Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen, Phosphor, Schwe-fel, Chlor und Stickstoff in Form von Salzen enthält (Wasserkultur).

Eine solche Lösung läfst sich herstellen aus Salpeter (1 grm.), Gyps,Bittersalz, Calciumphosphat, Kochsalz (von jedem 5 grm.), Eisenchloridflüs-sigkeit (1 Tropfen), Eisenvitriol (0,02 grm.) und 1 Liter "Wasser.

Man findet dabei, dafs die Pflanzen nicht alle in derselben Weiseihre Bedürfnisse aus solchen Lösungen befriedigen, sondern jede in der ihrzusagenden Art; Hülsenfrüchte nehmen z. B. vorzugsweise Calcium, Kar-toffeln Kalium, alle Pflanzen mit vorwiegender Samenentwickelung Phos-phorsäure, die Gräser Kieselsäure auf. Man bezeichnet dieses als Wahl-vermögen der Pflanze.

Dieses schliefst jedoch nicht aus, dafs auch andere, selbst schädlicheSubstanzen aufgenommen werden, z. B. Kupfersulfat. Wird eine Pflanzelängere Zeit mit Ferrocyankalium und nachher mit Ferrisulfatlösung be-gossen, so können die Niederschläge von gebildetem Berlinerblau in denSaftwegen nachgewiesen werden.