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2 (1894) Botanik, Pharmakognosie, spezielle Pharmazie
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Die Ernährung der Pflanze.

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Die feinen Wurzelhaare, äufsorst zartwandige, enge Schläuche, nehmendie im Boden gelöst vorhandenen Stoffe auf, oder sie führen die wasser-unlöslichen mineralischen Stoffe vorher durch Ausscheiden eines saurenSaftes in lösliche Formen über. Die Weiterbeförderung geschieht zumeist

Zellwandungen

quellbar,

durch Diosmose. Sie beruht darauf, dafs die

inbibitionsfähig sind und dem Wasser, sowie den darin gelösten Substanzenden Durchgang gestatten. Dieser Prozefs ist in der lebenden Pflanze einunbeschränkter, denn er dauert von Zelle zu Zelle so lange, bis das Gleich-gewicht hergestellt ist, d. h. bis in allen diosmosierenden Zellen der Inhaltder gleiche ist. Wird z. B. in einer Zelle der Zucker in Stärke verwan-delt, so ist das Gleichgewicht gestört, es strömt aus der Nachbarzelle solange Zuckerlösung nach, bis die Konzentration in beiden Zellen die gleicheist. So pflanzt sich dieser Vorgang fort von Zelle zu Zelle, von der Wur-zelspitze bis zu den Blättern; derselbe wird wesentlich erleichtert dadurch,dafs der protoplasmatische Inhalt der Zellen durch sehr feine Fäden mitdem Protoplasma der Nachbarzellen in Verbindung steht.

Für eine wagerechte Saftbewegung sorgen die Markstrahlen und zwarvermitteln die primären Markstrahlen die Verbindung zwischen Mark undprimärer Binde, die sekundären die zwischen Holz und sekundärer Binde.Eine hervorragende Bolle spielt bei der Ernährung der Pflanze das Wasser.Alle Lösungen von Salzen und dergleichen können nur in höchstverdünn-tem Zustande aufgenommen werden, es würde also den Pflanzenorganensehr wenig von den Nährstoffen zu gute kommen, wenn nicht für eineKonzentration der Flüssigkeiten innerhalb der Pflanze selbst gesorgt wäre.Diesesstatt

von der Licht- undErschütterungen der

als die Zufuhr,

erden zunächst die Leitungsorgane wasserärmer, kann die Ausdünstung

gedeckt werden, so hört ihre Schwellung

unter der Schwere ihres eigenen

um ein Vielfaches übertrifft.

Die Intensität der Verdunstung hängt abWärmemenge, von der Gröfse der Blattfläche, vonPflanze u. s. w.

Ist der Verlust an Wasser in den Blättern gröfserso w

der zarteren Organe nicht mehr gauf, sie verlieren ihre Steifheit und hängenGewichts herab, sie welken.

Dieser Ernährungsvorgang wird weiter unterstützt durch den Wur-zeldruck. Die Wurzeln nehmen fortwährend das Wasser und die daringelösten Stoffe aus dem Boden auf unbekümmert darum, ob dasselbe ingleicher Menge verbraucht wird. Es mufs daher ein Druck nach obenstattfinden, der zuweilen so stark ist, dafs, wenn die Transpiration nichtregulierend einwirken kann, das Wasser austritt. So sieht man bisweilenWassertropfen an bestimmten Stellen der Pflanze, z. B. an den Spitzen derBlätter (bei Calla) austreten. Am stärksten wirkt der Wurzeldruck imFrühjahr.

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geschieht durch die Verdunstung (Transpiration). Dieselbe findetin den Blättern und grünen Bindenteilen, welche durch das Lichtund die Temperaturwärme veranlafst werden, das in sie eingeführte Wasserzum Teil in Form von Wasserdampf durch die Spaltöffnungen entweichenzu lassen.

Man hat festgestellt, dafs dieses Verdunstungswasser bei kräftigemWachstum oft in wenigen Tagen das Gewicht und Volumen der ganzen Pflanze

Tran-spiration.

Wurzel-

druck.