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2 (1894) Botanik, Pharmakognosie, spezielle Pharmazie
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Bestandteile und Ernährung der Pflanze.

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welchem die Lebensprozesse sich auf die Ernährung und Erhaltung desKörpers beschränken; hei der Pflanze ist das Wachstum unbegrenzt, we-nigstens zeigen einige Glieder der Pflanze stets WachstumsTorgänge.Vom Krystall unterscheidet sich die Pflanze

1. durch die Ungleichheit der Stoffe, denn der Krystall hat seineganze Masse hindurch eine und dieselbe Zusammensetzung;

2. durch das vegetative Leben; die Pflanze ist iahig, sich zu ent-wickeln, sich selbst zu erhalten und fortzupflanzen und dann abzuster-ben, der Krystall bleibt wie er ist, wenn nicht äufsere zerstörende Ein-flüsse auf ihn einwirken. Linne drückt den Unterschied unter den dreiNaturreichen treffend in den Worten aus: Mineralia creseunt, Plantaecreseunt et viviint, Animalia creseunt, vivunt et sentiunt.

Elementarbestandteile der Pflanze.

§ 33. Die Bestandteile des Pflanzenkörpers sind teils organischer,teils anorganischer Natur; sie setzen sich zusammen aus den ElementenKohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Schwefel, Phos-phor, Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen, aufserdem findensich Natrium, Lithium, Mangan, Silicium, Chlor, Jod, Brom, und seltenAluminium, Kupfer, Zink, Cobalt, Nickel, Strontium, Baryum. Nach Ostenthalten alle gesunden Pflanzen von normalem Standort Fluor.

Die ersten zehn Elemente sind als Nährstoffe der Pflanzen zu betrach-ten, da Versuche gezeigt haben, dafs sie zum Leben derselben durchausnötig sind.

Den gröfsten Teil an der Zusammensetzung des Pflanzenkörpers bean-sprucht das Wasser, nämlich bei den krautartigen Gewächsen zwischen60 — 80%, bei <l en Wasserpflanzen bis zu 95%- In dem Rest der Trocken-substanz ist der Zellstoff, die Cellulose (C 6 H 10 O 5 ) am stärksten ver- coiiuioso.treten. Die Cellulose ist in konz. Schwefelsäure und in Kupferoxydammoniaklöslich, unlöslich in Ätzkali. Durch Jodlösung wird sie nicht blau gefärbt,die Blaufärbung tritt aber ein nach Behandlung mit Schwefelsäure, durchUmwandlung des Zellstoffes in Amyloid. Sie tritt in den Wandungender jugendlichen Zellen neben Eiweifs (Dermatoplasma) fast rein auf, inälteren ist sie verändert durch Infiltration oder Inkrustation mit Holz-,Korksubstanz u. s. w. (S. auch Bd. I S. 452.)

§ 34.

Die Ernährung der Pflanze.

Die Pflanze ist auf zweierlei Nahrung angewiesen, auf dieflüssige und gasförmige; demzufolge besteht die Ernährung derselbenaus zwei ineinandergreifenden Prozessen, es sind dies die Aufnahme dermineralischen und Stickstoffverbindungen aus dem Boden und die Bildungder organischen Substanzen durch Aufnahme von Kohlenstoff aus der Luft(Assimilation). Nur wenige Pflanzen vermögen direkt organische Nah-rung in sich aufzunehmen, es sind dies 1. die Schmarotzerpflanzen(Parasiten), welche sich auf anderen lebenden Pflanzen festsetzen undaus denselben mittelst Saugorganen (Haustorien) die Nährstoffe sich be-sorgen; 2. die insektenfressenden Pflanzen, welche mittelst beson-derer Organe Tiere, z. B. Insekten, fangen und durch ein Ferment die-selben bis auf die härteren Teile löslich machen. Sie benutzen die

Berendes, Der angehende Äpothoker. II. 4

Assi-milation.