8 1. Die Samendrogen.
165
daine, Jahresbericht über die Fortschritte der Pharmakognosie, Pharmacie etc. (Göt-tingen) 1852, S. 58. Wallace, The Malay Archipelago, 1860, p. 452. Bickmore,Travels in the East Indian Archipelago. 1868, p. 225.
Morphologie und Anatomie: Albert Voigt, Bau und Entwicklung des Samenswnd des Samenmantels von Myristica fragrans, Dissertation, Göttingen 1885.
Chemie: Playfair, Ann. Chem. Pharm. 37, 152 (1841). Römer, Über das"Vorkommen kohlen stoffreicher Fettsäuren, Dissertation. Halle 1882. Koller, Viertelj.prakt. Pharm. 13, 507. Ricker, N. Jahrb. Pharm. 1!), 17. Bollaret, Quat. Journ.of Sc. 18, 317. Wright, Pharm. Journ. Transact. (3) 4, 311 (1873). Cloez, Ann.Chem. Pharm. 131, 210. Brühl, Berichte d. D. Chem. Ges. 1888, S. 471. HermannWarnecke, Pharm. Zeitung 1886, No. 71, p. 536. Schimmel & Co., Handelsbericht,Leipzig 1887, Okt. p. 45.
Stammpflanze:
ristieaeeae.
Myristica fragrans Houttuyn (M. officinalis L.), My-
Verbreitung der Stammpflanze: Die ursprüngliche Heimat des immer-grünen, bis 15 m hohen Baumes sind die Inselgruppen der ResidentienAmboina und Ternate, sowie die Westhalbinsel von Neu-Guinea.
Kultur: Der Muskatnufsbaum wird in kleinem Mafsstabe in West-mdien und Brasilien, sehr ausgedehnt auf Sumatra (auch auf Java) und denbenachbarten englischen Niederlassungen Pinang und Malaka und auf denBandainseln angebaut. Der Baum wird hauptsächlich durch Samen ver-mehrt, weniger durch Stecklinge; die Samen werden nur etwa 3 cm hochmit Erde bedeckt, dann mit einer Moosschicht, die nach dem Keimenentfernt wird. Die Sämlinge werden im zweiten Jahre ausgepflanzt inAnlagen, in denen, in Entfernung von etwa 40 Fufs, Schattenbäume an-gepflanzt sind. Der Muskatbaum ist diözisch und man setzt deshalbneben die weiblichen einige (ungefähr auf 20 weibliche 1 männlichen) derrelativ kräftig wachsenden, eine etwas von der der weiblichen Bäumeabweichende Belaubung besitzenden männlichen Bäume, welche zugleichebenfalls zur Beschattung der weiblichen dienen. Die Bäume tragen etwaun 8. Jahre und geben ungefähr vom 15. bis 50. Jahre die gröfsten Er-träge, können aber über doppelt so lange Früchte tragen. Von derBlüte bis zur Fruchtreife vergehen 9 Monate. Die Früchte reifen nichtgleichzeitig, sondern das Reifen von Früchten erfolgt fortwährend. Trotz-dem erntet man die Früchte in zwei Perioden, in welchen die Anzahlder gereiften Früchte am gröfsten ist. Auf Sumatra z. B. liegt dieHaupternte im November und Dezember, eine schwächere im April, Maiund Juni. In der Zwischenzeit nimmt man nur ab, was absolut notwendigist. Die Früchte werden mit einer, mit langem Stiel versehenen hölzernenGabel gepflückt, unter welcher ein Körbchen angebracht ist. Ein Baumliefert durchschnittlich 5 kg Früchte.
Mau entfernt das geborstene Fruchtfleisch mit den Händen, löst denArillus (die Muskatblüte, 13,3 % der ganzen Frucht betragend) von denSamen ab, breitet dann die Samen über einem schwachen Feuer auf