Druckschrift 
1 (1891)
Seite
166
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

166

IV. Pharmakognosie.

Hürden aus und trocknet sie so 4 bis 8 Wochen laug, bis sich die„Muskatnüsse" von der sie umhüllenden harten Schale losgelöst haben.Letztere entfernt man, indem man sie mit einem Holzklöppel zerschlägt.Die Muskatnüsse, welche etwa 53 % der Früchte ausmachen, werden dannmeist noch mit Kalk abgerieben oder einige Minuten in Kalkmilch geworfenund in besonderen Trockenräumen, bei gewöhnlicher Temperatur völligausgetrocknet. Das Behandeln mit Kalkmilch wurde im 17. Jahrhundertvon den Holländern eingeführt, um die Keimfähigkeit der Samen zu zer-stören; man liefs die Muskatnüsse damals 3 Monate lang in einem Kalk-bade liegen. Als man erkannte, dafs das Trocknen allein zur Zerstörungdes Lebens der Samen genügt, behielt man das Kalken bei, weil manmeinte, es diene zur Konservierung. Jetzt ist es wohl nur noch die That-

A-

E-

Fig. 144. Fig. 145.

Fig. 144. Reife, frische (hängende) Frucht von Myristica fragrans, im aufgesprungenen

Zustande.r Fruchtschale. A Arillus des Samens. Seh Samenschale. Ch Chalaza des Samens.

Fig. 145. Die Raphenseite (die wir Hinterseite nennen wollen) des vom Samenmantel

befreiten Samens.

E Eindrücke, welche der fest anliegende Samenmantel hervorgerufen hat. Ch Chalaza.

It Raphe. m Nabel und Mikropylenende des Samens.

sache, dafs das Publikum an das gekalkte Aussehen gewöhnt ist, welcherdas Kalken der Muskatnüsse noch das Bestehen verdankt. Aus den ge-samten ostindischen Pflanzungen wird die Droge zunächst nach Bataviaund Singapore gebracht und gelangt von da wiederum hauptsächlich nachAmsterdam, London und den vereinigten Staaten.

Der Handelswert der Droge wird wesentlich mit durch die Gröfseder Nüsse bestimmt. Eine gute Qualität enthält 200 Muskatnüsse im Kilo.Die geschätztesten Nüsse sind die, welche Penang liefert. Die Singapore-