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IV. Pharmakognosie.

keine Krystalloide erkennen lassen. Das Alkaloid, das Colchicin, liegt indem Zellinhalte. Legt man einen Schnitt durch das Endosperm in Kalium-quecksilberjodidlösung und fügt etwas Salzsäure zu, so nimmt der sichtrübende Zellinhalt eine lebhaft gelbe Färbung an, welche keines der beidenReagentien allein hervorruft. Die Zellen sind mit Beziehung zum Mittel-punkt des Samens strahlig angeordnet. Der Embryo ist walzenförmig, etwa0,5 mm lang und 0,2 mm breit und vom normalen Bau kleiner monoko-tyledoner Embryonen.

Chemie. Der wirksame Bestandteil des bitterschmeckenden Zeit-losensamens ist das Colchicin (C 22 H 2S NO 0 ), welches etwa zu 0,4 % aasdem Samen erhalten werden kann. Von fettem Ol sind etwa 8 % in demSamen enthalten. Auch ist eine kleine Menge von Fehlingslösung redu-zierendem, die Polarisationsebene nicht drehenden Zucker aus dem Samendargestellt worden. Die Samen liefern etwa 2,7 % Asche.

Bemerkenswert ist es, dafs man zwei Reaktionen des Colchicinsschon mit dem wässrigen Auszuge einer kleinen Samenmenge erhaltenkann, welche deshalb auch zur Charakterisierung des Samens verwendbarsind. Kocht man 0,2 g Colcbicumsamen mit wenig Wasser aus und ver-dampft den Auszug in zwei Schälchen zur Trockne, löst man einenTeil in einem Tropfen offizineller Salpetersäure und fügt dann einenTropfen rauchender Salpetersäure hinzu, so tritt Violettf ärbung der Lösungein. Löst man die andere Hälfte der Substanz in etwas Quecksilberkalium-jodidlösung, bestehend aus

13,5 Quecksilberchlorid,

49,8 Jodkalium,1000 Wasser,auf, fügt dann eine Spur verdünnter Schwefelsäure oder Salzsäure hinzu,so erhält man einen gelben Niederschlag.

Geschichte: Die Zeitlosensamen sind 1820 von Dr. Williams inIpswich in Suffolk empfohlen uud 1820 von der Londoner Pharmakopoeaufgenommen worden als Ersatz der leichter verderbenden, früher ge-bräuchlichen Knollen der Herbstzeitlose.

h> Semen Myristicae.

Nux moschata, Muskatnufs.

Litteratur.

Verbreitung, Kultur und Handel: Bernstein, Petermanns Geogr. Mitteilungen1873, S. 209. Rumphius, Amboin., II, 17. Blume, Rumphia, I, 180 (1886). Rox-burgh, Flora indica, 3, 845. de Candolle, Der Ursprung der Kulturpflanzen,Leipzig, 1884, S. 530. Semler, Die tropische Agrikultur, IL Bd., 1887 (Wismar)8.881. Briefe aus England, Pharmaceutische Zeitung 1888, No. 60. Christy, Newcmrmiercial Plauts and Drugs, No. 7, 08 p. 8° London, Christy et Co. 155 TenehurchStreet. EL (.'. Collingwood, Journ. of the Linnean Society 10 (London 1809) p. 47.K. W. van Gorkow, Oostindische Cultnres II (Amsterdam 1881) 532—544. Lums-