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Ein natürliches System der Gift-Wirkungen
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Anemonin G5H12O6, Picrotoxin C30H34O13, CantharidinCioH^CU,Ouassiin Cm H12 O10.

Von besonderem Interesse ist beim Digitalin eine BeobachtungKiliani's, dass es nämlich bei Behandlung mit Essigsäureanhydridein Molecül Wasser abspaltet und dabei seine Giftigkeit verliert.')

Auch unter den Spaltungsproducten des Digitalins mit Salz-säure : Digitalose (C7 H14 Os), Traubenzucker (Co H12 Oc) und Digi-taligenin (C10 H22 O2) ist kein giftiger Körper. Es scheint demnacheine sehr labile Atomgruppirung vorhanden zu sein, welcheleicht verändert wird. Das geht auch für Pirotoxin aus der Beob-achtung hervor, dass es von verdünnter Kalilauge schon bei ge-wöhnlicher Temperatur völlig verändert wird.

Das Digitalinum verum bringt Herzstillstand hervor und zwarschon bei 0,5 mg beim Frosch, 2 mg bei Katzen, 4 mg bei Hundenund 15 mg bei Kaninchen (Boehm). Die Wirkung auf chlorophyll-haltige Pflanzen ist nicht untersucht; Pilze werden von verdünntenLosungen offenbar nicht afficirt, denn Kiliani beobachtete in ca.1 °/ 00 Lösungen reichliche Schimmelbildungen, das Digitalin ist hieralso ein guter Nährstoff.

Das Digitonin wirkt nach Boehm lokal Entzündung erregend,es wirkt nicht wie Digitalin. Wohl aber wirken letzterem ähnlichOuba'i'n, Strophantin 2 ), Oleandrin 3 ) und Vernonin. 4 )

Sehr giftig ist das Digitoxin, von welchem schon 0,4 mg eineKatze töten (Binz); etwas weniger empfindlich sind Hund undKaninchen, relativ weit empfindlicher aber der Mensch (Binz).Saponin, Cyclamin r ') und Smilacin bedingen Reizung und Entzündungder Gewebe, sie wirken auf Nerven- und Muskelsystem.

Das Picrotoxin, durch Erregung von Nervencentren ein sostarkes Gift für Wirbelthiere,") scheint ungiftig für niedere Orga-

') Arch. Pharm. 1892. Die ebenso mühsamen als ausführlichen UntersuchungenKiliani's haben eine neue Zuckerart, eine Dimethylpentose, die Digitalose, alsSpaltungsproduct des Digitalins ergeben.

2 ) Gley, Ch. C. 1888 S. 1281.

3 ) Die Raupen von Sphinx Nere'i, die von Oleanderblättern leben, sindoffenbar unempfindlich gegen Oleandrin.

4 ) Heckel und Schlagdenhaufen, Ch. C. 1888. S. 1182.6 ) Hilger und Mutschier, Ann. Chem. Pharm. 185, 214.

6 ) Nach Koppen (Ch. C. 1892) wirkt Coriamyrthin dem Picrotoxin ähnlich,aber schwächer.