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Ein natürliches System der Gift-Wirkungen
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Amidogruppen. Vielleicht beruht es gerade hierauf, dass die Salzedes Silbers und Quecksilbers 1 ) durch besondere Giftigkeit sich aus-zeichnen. 2 )

Quecksilber-, Silber-, und Kupfersalze führen selbst bei einerVerdünnung von 1:1 Million bei empfindlichen Spirogyren nacheinigen Tagen den Tod herbei, wobei zuerst der Chlorophyllkörperangegriffen wird. Von metallischen Doppelcyaniden wirken die vonSilber, Quecksilber und Gold am schädlichsten auf Milzbrandbacillen,dann folgen die von Cu, Pd und Zn, schliesslich die von Pt, Jr, Os(Behring). Die Entwicklung von Milzbrandbacillen in Nährbouillonwird durch Quecksilbersublimat Hg CI2 noch bei einer Verdünnungvon 1:330000 aufgehoben, in Blut noch bei 1:8000 (Behring).

Nach Richet 3 ) beeinträchtigt schon 1 mg Sublimat pro LiterVersuchsflüssigkeit die Thätigkeit der Milchsäurebacillen; ebensowirkt Kupfersulfat. Schimmelsporen werden in einer l°/ 00 Sublimat-lösung bald getötet. Nach Binz wirkt HgClj noch bei einer Ver-dünnung von 1:50000 binnen 20 Minuten tötlich auf Infusorien.Ascariden sterben nach Schröder (1. c.) in 0,1 % HgCI2-Lösungnach einer Stunde; 0,015 g Hg CI2 sind tötlich für ein Kaninchen(Binz). Nach Viquerat (Chem. C. 1889 II) sind bei subcutanerInjection schon 0,010 g die letale Dose pro kg Thier.

Silbersalze wirken unter Umständen noch energischer alsQuecksilbersalze auf Bacterien (Behring). Silbernitrat 1 : 10,000tötet Milzbrandbacillen in einer Minute, wenn nicht eine grössereEiweissmenge in der Nährlösung anwesend ist, wodurch das Silbergebunden werden kann (Jerosch). Es tötet ferner bei 0,1 % Tetanus-bacillen in fünf Minuten, Hg CI2 aber tötet sie erst in vier Stunden(Tizzoni und Cattani).

Weinsaures Kupfer-Natrium subcutan injicirt, wirkt lähmendauf die Nerven, auf die Muskeln erst in zweiter Linie. 4 ) Nach

') Dass auch Quecksilberdiphenyl, und sogar metallisches Quecksilber (wenn inDunstform eingeathmet) giftig wirken, beruht auf der Umwandlung in salzartige Ver-bindungen im thierischen Körper. Ein Liter Luft kann bei 20° 0,7 mg Hg-Dampfaufnehmen.

2 ) Die Erklärung, welche H. Schulz für die Giftwirkung verschiedener Metall-salze versucht (Herbetführung von Oxydation und Reduction in den Zellen), dürftewohl nur in einzelnen Fällen zutreffen (Arch. exp. l'ath. 1884).

') C. r. 114.

4 ) Curci, Chem. C. 1887, S. 324.

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