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Ein natürliches System der Gift-Wirkungen
Entstehung
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sich keine Entwicklung, ebenso wenig nach Infection mit Fäulniss-bacterien. Koch fand, dass eine 1 °/ 00 Lösung freier arseniger Säurenach 10 Tagen Milzbrandsporen tötet, während bei 1 % Schwefel-säure nach 10 Tagen noch manche am Leben blieben.

Eine reichliche Bacterienvegetation lässt sich dagegen beob-achten, wenn man eine verdünnte Peptonlösung mit 1% arsen-sauren Kalis versetzt und mit so viel Soda, dass die saure Reaction(des primären Arseniats) in eine schwach alkalische übergegangenist und nun mit Fäulnissbacterien inficirt. Sprosspilze werden in(neutralisirter) 1% Arseniatlösung nach zwei Tagen nicht getötet, siescheinen aber dann allmälig zu leiden, wenn Zucker anwesend ist,vielleicht weil dann eine Reduction zu arseniger Säure ermöglichtwird. In ebenso starker neutralisirter Lösung von arsenigsauremAlkali aber ist die Sprosshefe nach zwei Tagen tot. Dass üppigeSchimmelpilzentwicklung stattfinden kann in verdünnten Arseniat-lösungen, hat auch Knop (1. c.) beobachtet. 1 ) Stricte genommen,gehört also arsenige Säure zu den allgemeinen, Arsensäure aber zuden speciellen Giften.-)

1 ) Derselbe Forscher beobachtete in diesen Läsungen auch Algen-Entwicklung(Volvox).

2 ) Ich halte es für nicht unwahrscheinlich, dass die arsenige Säure in labileAmidogruppen eingreifen kann, wenigstens deutet ein Versuch mit Phenylhydrazinund arsenigsaurem Kali in essigsaurer Lösung, den ich anstellte, darauf hin. Wenndem so ist, so wäre die Analogie mit der Nitritwirkung leicht erklärt, sowie derUmstand, dass für viele Organismen nur arsenige, nicht aber auch Arsensäure giftigwirkt; wo letztere nicht leicht reducirt oder wo sie in eine andere Form als arsenigeSäure übergeführt wird, bringt sie keinen Schaden. Es kann also eine zweifache Gift-wirkung der arsenigen Säure vorliegen, ihr passendster Platz im System ist vielleichtneben der salpetrigen Säure. — Im Anschluss hieran sei noch erwähnt, dass von denbis jetzt geprüften organischen Arsenverbindungen die Dibenzylarsinsäure die giftigsteist, sie übertrifft die Diphenylarsinsäure, dann folgen in absteigender 1 ,inie Benzarsin-säure, Kakodylsäure und Monophenylarsinsäure (Bloedern). Die Arsoniumverbindungen(Tetramethylarsoniuinjodid) besitzen nicht die speeifische Arsenwirkung, sondern einedem Curare ähnliche (Rabuteau), während die Wirkung jener Säuren arsenartigist; 0,05 gr Kakodylsäure (CHs)j As O O H töten ein Meerschweinchen unter ähn-lichen Symptomen wie Arsensäure.