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Ein natürliches System der Gift-Wirkungen
Entstehung
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Fett resp. Lecithin), und die entstehende Arsensäure wirkt dannoxydirend auf das lebende Protoplasma selbst, statt auf die ein-gebetteten Thermogene! Es wird Anfangs eine Reizung zu intensiverZellenthätigkeit (Steigerung der »intramolecularen Athmung«?) herbei-geführt 1 ), das Glycogen schwindet in der Leber, es tritt Verfettungvon Zellen und vermehrte Harnstoffausscheidung ein; weitere Wirk-ungen sind choleraartiger Brechdurchfall mit reiswasserähnlichenStühlen und schliesslich Lähmung des Centralnervensystems.

Während schon 0,1 g hinreicht, einen Menschen zu töten,kann bei allmäliger Angewöhnung die vierfache Dose ohne Schadenertragen werden (Arsenikesser). Diese Gewöhnung an den Arsen-genuss erklären Binz und Schulz durch »Anpassung des Organismusan die rasche und wechselnde Bewegung des Sauerstoffs«. Wiekommt aber diese Anpassung zu Stande? 2 )

Diese Forscher betonten ferner die toxikologische Ueberein-stimmung der aus gleichzeitig drei- und fünfwerthigen Elementenbestehenden Gruppe: Stickstoff, Phosphor, Arsen, Antimon, Wis-muth und Vanadin. 3 )

Die Theorie von Binz und Schulz basirt auf richtigen Beob-achtungen 4 ) aber sie wird doch noch eine Modification erfahrenmüssen, wenn es sich um Organismen handelt, für welche nurarsenige Säure, As O3 H3, nicht aber Arsensäure, As O4 H3,giftig ist! Hieher gehören aber die Pflanzen und nieder stehendenThiere. Während bei Warmblütern die Arsensäure fast ebensogiftig ist, als arsenige Säure, finden wir erhebliche Unterschiede beiKaltblütern. So sterben Kaulquappen in einer 1 °/ 00 Lösung arsen-sauren Kalis erst nach 2—3 Tagen, in einer ebenso starken Lösungarsenigsauren Kalis aber schon nach einem Tag, und junge Molchekönnen wochenlang in einer 1 °/ 00 Lösung jenes Salzes lebend

1 ) H. Schulz fand, dass geringe Mengen arseniger Säure (und anderer Gifte)auch die Lebensthätigkeit der Hefezellen erhöhen (J. Th. 1888).

2 ) Nach Husemann besteht die Angewöhnung darin, dass die arsenige Säurerasch zu Arsensäure oxydirt wird, welche ein etwas schwächeres Gift ist und aus-geschieden wird.

*) Auch Araki liebt die Uebereinstimmung zwischen Phosphor- und Arsen-wirkung hervor (Z. physiol. Chem. 17, 339).

4 ) Die Kritik Fi lehne's bezieht sich mehr auf die chemisch nicht ganzpräcise Ausdrucks weise.