Gott, der mein Herz sieht, -- und bann voredlen Menschen für meinen Verstand, dennwenn ich das Güte gleich überall guffuche,und bemerke, so sieht man, daß ich cs kenneund liebe.
Glaube immer, meine Lma! daß die Stunde, inwelcher der Gedanke dieser Eintheilung der Gesin-nungen deines Herzens in dir erwachte, eine glück-liche Stunde war. Und es freut mich, daß sie derZufall in meinem Hause für dich herbeyfnhrte. —Denke auch, daß es gerad an dem Abend des Ta.ges war, au welchem wir das schöne Bild der Zeitmit der Sanduhr in der Hand sahen, und dieAuslegung des Bilds dich so nachdcnkend machte.Er war schon — der Ernst, mir dem du zuhörtcst,und dann mit der treuherzigen Mine vor dich hineinen Auszug der Gedanken unsers Freundes wie-derholtest, während deine Augen auf das Bild ge.heftet waren, und deine Hand jedes Stück davonberührte. Du sagtest:
„Ein alter hinkender Mann, von dem nie.mand glaubt, daß er schnell gehen könne, bisman am Ende eines Tags sieht, daß er mitgrossen Fittigen vorübechog, und eben soschnell Menschen, Glück, Entwürfe, Arbeiten
und