9?
Vierzehnter Brief.
^Vie sollt- ich die Freude verhclen, welche deinVertrauen in mich mir giebt, besonders da du soangenehm sagst, daß alle deine Gesinnungen fürmich seit den acht Tagen, welche du bey mir zu«brachtest, viel stärker geworden seyeu. Du beob«achtetest mich in allem. Dank sey dem Himmel,liebe Lina! daß ich mir bey keiner Beobachtungzu fürchten habe.
Du bist mit meinem Thun und Bezeugengar sehr zufrieden. Dank sey deinem lieben gutenHerzen, welches so gerne alles wohl aufnimmt!thu es aber, mein Kindl,nicht aus einer günstigenVorliebe für mich allein, sondern suche bey allemdas gute auf, und denke an die artige Unterre-dung zurück/ welche wir darüber halten, als unsbey der Lcsstunde auf einmal der Ausspruch vor-kam :
„Es gehöre mehr Verstand dazu, das Gut«„;u finden, als die Fehler."
Du sagtest am Ende so schön:
»O da gewinne ich ja zweymal -- erst in derschuldigen Güte gegen meinen Nächsten vor
Gott,