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Briefe an Lina
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208
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2v8 Briefe an Lina»

Ein und zwanzigster Brief»

»vl-eine B^e! dir Art, mit welcher du meineletzte Verweise anfnahmest, hätte mir beynah deineFehler lieb gemacht, weil sie der Anlaß waren, eineschätzbare Eigenschaft mehr in dir zu entdecken^Aber es ist keinem Arzt erlaubt, irgend eine Krank-heit werth zu Hallen, weil er sab, dass seine Vor-schrift gut würkte. Mögest du nur, liebes Kind!immer die warnende oder erinnernde Stimme deoFreundschaft gern hören, immer bcy all deinemBestreben nach möglicher Vollkommenheit denken^daß du fehlen kannst, daß andere uns genauer be-obachten, und sehr oft unsere Umstände und Hand-lungen richtiger beurthcilcn, als wir leibst l und, omeine lheure Lina! mögest du auch nie eine Vor-stellung oder eine Frage deswegen von dir weißen,weil sie nicht in meinem, dir gewöhnten Ton gesagtwird ! -- Sollte aber, mein Kind ! deine Eigenliebedich für fremde Erinnerung empfindlich machen, sobitte ich dich, desto genauer die Vorschriften desGuten, und Abrisse der Fehler zu beobachten, wel-che du immer in moralischen Büchern finden wirst.Frage dann wechselweise dein Herz und deinenKopf:

Habe