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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
Seite
105
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Und wenn Dich ein hohes Gefühl beschleicht,

Wo der trunkene Geist der Erde entweicht:

Dann denke, so habe ich empfunden,

Als ich Dich! meine Welt, mein Alles gesunden!

_ 12. Septb. 18S1.

Nachtgcsang.

Schlummernd an des Vaters BrustRuht die Flur in mächt'gcm Schweigen,Wie sich leis die Wipfel neigen,Träumend von des Tages Lust.

Blumen die zu Glanz und PrachtFrüh des Morgens Ruf erweckte,

Als sie Pcrlcnthan bedeckte,

Schlafen längst in stiller Nacht.

Doch ans ihrer BlüthenbahnSendet dankbar noch die ErdeVon dem großen OpferherdeBalsamdüfte himmelan.

Und sic stiegen leicht und reinDurch des Äethcrs blaues MeereAufwärts zu dem Stcrncnhecre,

Das uns glänzt im ew'gen Schein.

Nach, euch nach! Entflicht noch nicht!Leiht uns Schwingen, Blnmendüste,Tragt uns, milde Himmclslüfte,Aufwärts, ans der Nacht zum Licht.

Ulorgcngcsang im Maldo. H

Es funkelt der MorgenWie Perlen und Glut,

Es hebt sich im OstenDie pnrpur'uc Flut.

Es klinget so leise,

Hold schwellend alsbald,

Gar zaub'rische WeiseDurch Auen und Wald.

Es pocht so beklommenDas Herz in der Brust,

O, sei mir willkommenSüß' schaurige Lust!

Es rieseln die Quellen,

Es rauschet der Strom,

Die Strahlen erhellenDen waldigen Dom.

Welch' Zwitschern und KlingenIm goldigen Hain,

Mein Herz möcht zerspringen,

Stimmt jauchzend mit ein;

Singt weinend und lachend,

Voll Leid und voll Freud',

Zur Liebe erwachend,

Von seliger Zeit.

>) Die erste Strophe stand in der Original-Skizze v. Schubcrt'sMorgcngesang im Walde", welchenHerbeck musikalisch ausarbeitete. Die übrigen Strophen sind von Hcrbcck hinzu gedichtet.