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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
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An Z.>)

Lieber Freund!

Du sprachst mir heute von einer mir zngcdachten Ehrenbezeugung. Sei freuudlichstbedankt für Deine gute Meinung und Absicht, thnc mir aber den Gefallen, betreffenden Ortsjeden Schritt in dieser Angelegenheit zu verhindern, da cs mir gar keine Freude machenwürde, ja mir sogar ein beschämendes Gefühl wäre das Bewußtsein zu haben, eine solcheAuszeichnung nicht durch mein künstlerisches Wirken, sondern durch persönliche Beziehungenund Gefälligkeit erlangt zu haben. Du wirst mich zu besonderem Dank verpflichten, wennDu diese meine Ansicht an geeigneter Stelle mitthcilst und die Sache weder direct nochindirect eingclcitet wird.

Du wirst es mir schließlich sicher nicht als Großsprecherei oder Geringschätzung ans'legen, wenn ich Dir sage, daß, würden mir auf solche Weise erlangte Auszeichnungen Freudebereiten, ich schon längst Mehrere besitzen könnte.

Mit herzlichem Gruß Dein ergebener

Wien, am 10. December 1869. I. Herb eck.

An I. N. Beck, k. k. ksofopernsänger.

Verehrter Herr College!

Ich muß meinem Hcrzensdrang folgen und Ihnen für die wahrhaft künstlerische, tief-ernste und begeisterte Art und Weise, mit der Sic den Hans Sachs anfsassen, meine Be-wunderung und meinen herzlichsten Dank aussprechcn. Künstler Ihres Schlages zählen zuden weißen Raben und einem solch seltenen Vogel, — dem überdies „der Schnabel holdgewachsen" 2) — ein Helles Bravissimo! znznrnfen, noch bevor cs das Publicum thnt, läßtsich nicht nehmen Ihr aufrichtig n. hochachtungsvoll ergebenster

Wien, am 16. Februar 1870. I. Herb eck.

An N. Dmnba.

Lieber Freund Nickl!

„Strnenfcc" und „Faust" kann ich am nächsten Sonntag unmöglich dirigiren —meine Nerven sind furchtbar nnterwühlt und ich kann von Glück sagen, wenn ich mit deinmorgigen Thcaterkonzcrt und den „Meistersingern" gesund d. h. relativ gesund über dieWoche hinanskommc. Also entweder übernimmt Jemand Anderer die Direktion des Sonntag-konzcrtes — oder cs wird bis nach Ostern verschoben — oder was vielleicht das Beste, wirgeben nur Ein außerordentliches Konzert nämlich den Elias. Noch ein Ausweg wäre —den nächsten Sonntag nicht nnbenützt zu lassen und das 4. Gescllschaftskonzcrt einfach zuwiederholen.

Das könnte ohne Probe geschehen, das könnte ich leisten, aber anstrengende, auf-reibende Proben zu halten, bin ich, wie gesagt, in dieser Woche nicht im Stande. DieseWiederholung konnte auch als 1. außerordentliches Konzert gelten und müßte dann denAbonnenten, denen das nicht angenehm wäre, die Hälfte des erlegten Geldes zurückgcgebenwerden. Würde dieses Konzert selbst nur mäßig besucht werden, wäre nichts riskirt, da dieKosten sich ans höchstens 2 bis 300 Gulden stellen würden. Sei so gut dem Hudctz^)gleich Deinen Entschluß bekannt zu geben, daß morgige Probe eventuell abgesagt werden könnte.

Du kennst meine Arbeitskraft und Lust — aber über eine gewisse Grenze kann ich leiderauch nicht hinaus. Mit herzlichem Gruß Dein halbtodt gehetzter aufrichtig ergebener Freund

Wien, am 30. März 1870 Uhr Abends. I. Herb eck.

Nach einer Copie.r) „Meistersinger" II. Akt.') Der Concertdiener.