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Nun, möge Ihr günstiges Angnrinm von Statte» gehen. Ihren früheren Brief habeich nicht erhalten. Herzlich aber erfreute mich der letzte. Kurz vorher hörte ich hier vielesVortreffliche von dem Componisten, Dirigenten und Freunde Herb eck, was mit meinerErinnerung und llebcrzeugnng vollkommen übcreinstimmt. Sie errathen schon, wer mir allesmitgctheilt.
Auf die Elisabeth-Aufführung in Wien znrückkommend, möchte ich gerne derselvenbeiwohnen. Das Directorinm der Musikfreunde bezeichnet zwei Märztagc; am bequemstenwäre mir der letzte. Zum Voraus sage ich Ihnen vertraulich, das; ich diesmal nur ein paarTage in Wien verweilen kann, und besonders wünsche, mich dort sehr im Stillen zu ver-halten und mit möglichst wenig Leuten zu verkehre». Es geziemt mir keineswegs mehr,irgendwo persönlich aufzntretcn; vielmehr paßt cs mir, im Nothfall, von mancherleiGeschwätz in slkixio niedcrgctretcn zu werden. Da Sie, hochverehrter Freund, einzigund allein die Elisabeth in Wien dirigircn sollen, überlasse ich auch gänzlich Ihrer Für-sorge die Vertheilnng der Gesangsparthien. Blos erinnere ich Sie, daß meine beiden Lands-leute, Bignio und Fräulein Rabatinskh (jetzt in Wien), den Landgrafen Ludwig unddie giftige Landgräfin Sophie, bei den ersten Pester Aufführungen des Oratoriums, Prächtiggesungen haben. Folglich, wenn seitens der hochlöblichen Thcatermächte keine kategorischenHindernisse sich dagegen anfbänmen, scheint cs rathsam und füglich, für dieselben Parthicndie bereits erprobten Sänger zu gewinnen.
Als überflüssige Bemerkung sei noch hinzngesctzt: Die kleine magyarische Cantilencdes Magnaten (in der ersten Nummer) verlangt eine kräftige Stimme.
In aufrichtiger Hochschätznng verbleibt Ihnen freundschaftlich ergebenst
Iten Deccmber 68. Villa d'Este. F. Liszt.
ib 8. Das versprochene Mannscript der „Tnnzmomcnte" erwarte ich. Anfangs Jännergedenke ich in Weimar einzntreffen.
Lsorbeck an Liszt.
Hochverehrter Freund!
Sie haben mir durch Ihr Schreiben eine große Freude gemacht — ich kann leidernicht sagen eine ganz ungetrübte, da ich trotz aller Motivirung mich nicht mit dem Gedankenbefreunden kann, Sic bei der Aufführung der „Elisabeth" nicht am Dirigentenpultc sehenzu können. Unterdessen muß ich mich wohl zufrieden geben und bitte Sic, hochgeehrterFreund, mir nur zu versprechen, wenigstens fünf bis sechs Tage vor der Aufführung nachWien zu kommen, da ich wahrhaft befangen an die letzten maßgebenden Hauptproben gehenwürde, hätte ich nicht früher Gelegenheit, Ihre Intentionen durch unmittelbaren persönlichenVerkehr kennen zu lernen.
Sollten Sie, hochgeehrter Freund, kein besonderes Gewicht auf die Besetzung der„Landgräfin" durch Frl. Rabatinskh legen, die zwar eine ganz schätzbare Sängerin nots.bene Coloratnrsängerin ist, mir aber nicht für diesen Part erforderliche dramatische Begabungzu besitzen scheint, so erlaube ich mir darauf aufmerksam zu machen, daß Frau Dnstmannoder W ilt — namentlich Erstcre — viel mehr das Zeug für solche Gestalten hätten. Jeden-falls will ich nichts einlcitcn ohne früher Ihre Willensineinnng zu kennen. Für die „Elisabeth"hätten wir eine vortreffliche Repräsentantin, wenn sie leichte Stimmhöhc besäße — Frl.Ehnn. In Erwägung dieses „Mangels" wäre cs vielleicht gut, Frau Markowitz, die inPest so vortrefflich gewirkt haben soll, zu engagircn. Ich bitte mir gelegentlich- in ein paarZeilen Ihre Ansicht über die angeregten Punkte. Meine „Tanzmomcntc" sind jetzt hoffentlichschon in Ihren Händen. Es bleibt in aufrichtiger, unwandelbarer Hochachtung und VerehrungIhr ergebenster I. Herb eck.
(Wien, Deccmber 1868.)