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Johann Herbeck : ein Lebensbild
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pfindung, welche darin zum Ausdrucke gelange», sowie die Klangfülle und dieinteressanten Drchcstcreffeete wurde» gelobt, HanSlick fast allein äußert sich überdas Werk in nicht günstigem Sinne. Auch im Coucerte des Mänucr-Gcsang-Verciues am 18. März kamen zwei Novitäten von Herbeck: „Weruer's Liedaus Wülschland" und „Maicnzcit" zur Aufführung, was ihm Anlaß gab, nachlanger Zeit wieder einmal an die Spitze dieses Vereines zu treten, um ihu zudirigircn. Der Erfolg dieser Eompositioneu war weitaus größer, als jeucr der„Künstlerfahrt" und des Cyklns „Lied und Neigen". Beide Lieder, das erstedurch die leidenschaftliche Empfindung, welche darin so schön zum Ausdruckegelaugt, das zweite durch seine Kraftfülle faseinircud, mußten wiederholt werden.

Ein großes Ereignis; war das Auftreten Liszt's iu einem zu Gunstendes Becthovcn-Denkmales ') am 18. Mürz veranstalteten ConcertcS. Diesevon Hcrbcck geleitete Aufführung enthielt blos Eompositioneu Beethovcn's, welchevon Künstlern wie Frau Gomperz-Bcttclheim und Wilt, HellmcSbcrgcrund Hummer (Cello) ansgcführt wurde». Liszt spielte das Couccrt in Ls unddie Clnvier-Phautasie (mit Chor), ferner begleitete er die von Frau Bettclhcimgesungenen schottischen Lieder. Zu beschreiben, wie Liszt spielte, wäre überflüssigund wahrscheinlich auch unmöglich. Sein unerreichtes Spiel versetzte die Anwe-senden in eine begeisterte Stimmung, welche durch die Ankündigung, daß Lisztzum letzten male öffentlich auftrctc, allerdings etwas getrübt ward.

Daß Hcrbcck wenige Tage nach dem schönen Feste zum letzten male imLebe» vor das Wiener Publicum treten sollte, das hätte wohl niemand ahnenkönnen, der ihu am 27. März jngeudfrisch und begeistert zum Taktstabe greifensah, um Mozart's Requiem zu dirigireu. Ein merkwürdiges Zusammentreffen:nach demselben Requiem, das Mozart, schon von des Todes kaltem Schauererfaßt, in der Furcht, er konnte es nicht mehr zu Stande bringen, eilends zuPapier brachte,-) nach demselben Requiem griff Hcrbcck, um sich selbst einenTodtengesang zu singen. Gar manche düstere Todesahnung hatte ihn, seitdemer die Gefahr einer Wiederholung seiuer Krankheit fürchten gelernt, ergriffen,und öfter gab er seiner düsteren Stimmung seiner Familie und Freunden gegen-über Ausdruck. „Sehen Sie", äußerte er kaum ein Jahr vor seinem Tode zuDr. Eduard Kulke, „jedesmal, wenn ich vom Hause wcggche, Hab' ich denunglückseligen Gedanken, wer weiß, ob du zu dieser Thüre wieder hercin-geheu wirst." ^)

Bei der iu jeder Hinsicht vorzüglichen Aufführung wirkten Frau Gomperz,Hans Rokitansky, ei» recht tüchtiger junger Tenorist vr. Wilhelm Stieglcrund Frau Anna Nütgers — den Wienern vom Opcruthcater her als Fräulein

') Der BeethovemMonnment-Fond war in stetem Wachsen begriffen. Im Mai 1877erhielt Hcrbcck sogar aus Baltimore einen größeren Beitrag (4000 Francs). Brief vom3. Mai 1877, Anhang S. 102.

y Das Regniem wurde in der That nicht vollendet, Jahn Mozart II. S. 546 ff.

y „Vaterland" Nr. 300 I. 1877.