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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
Seite
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längstens binnen vier Wochen in Scene setzen zu lassen. Jeder Vorstellung einesder genannten Ballets hatte eine kleine Oper vorauszugehen. Auch diese bitterePille wurde verschluckt.

Die Angelegenheit „Oberinspector" zog sich nebenher artig in die Länge.Man sollte meinen, daß der General-Intendanz das, was Herbeck über Lewygeäußert, vollkommen genügt haben möchte, um sich über diesen eine eigeneMeinung zu bilde». Aber das schien ja gar nicht der Zweck der, wie ein Regenüber Hcrbcck sich ergießenden Erlässe gewesen zu sein. Er sollte in die Enge ge-trieben werden, denn man hoffte, Hcrbcck werde nicht die genügenden Beweise fürseine Behauptungen erbringen können, und Lewy trug redlich das Seine dazu bei,uni de» Hofrath von Salzmann glaube» zu machen, er sei der unschuldig Ver-folgte und Hcrbcck der Jutriguant. Die nun folgenden Berichte Hcrbcck's enthüllende» ganzen Charakter Lewy's und sein unterminirendcs Treiben so vollständig,daß sic ohne erläuternde Erklärungen hier Platz finden können.

„Als anständiger Mensch glaubte ich," sagt Herbeck, „erwarten zu können,der Oberinspector werde das Unhaltbare der Lage endlich fühlen und freiwilligden Schritt lhun, den er schon als Waldhornist thnn wollte (wäre er nämlichnicht Obcrinspcctor geworden) und der ihn jetzt materiell ungefähr viermalbesser gestellt haben würde, als vor fünf Jahren. Es ist anders gekommen undder gehorsamst Gefertigte muß nunmehr — wenn auch dem zu erörterndenStoffe gegenüber mit gerechtfertigtem Widerwillen — dein hohen Aufträgeentsprechen." —

„Der Obcrinspcctor hat sich Jahre hindurch um die Gesangssoloprobengar nicht gekümmert; die so wichtige Proben-Ein- und Anstheilnng hat nochbis zur Stunde nicht er gemacht, selbe entwarf immer nur der Opcrn-Negisscnr;den Chorproben im Chorsaalc hat er niemals bcigewohnt; zur Ausrechthaltnngder scenischen Anordnungen hat er nichts beigetragen; die Anordnung auf derScene, auf welcher er unregelmäßig und willkürlich erschien, hat er in solcherWeise gefördert, daß zwei Beamten erklärten, Abends auf der Bühne deinObcrinspcctor soweit als möglich auszuweichcn, um dessen „ewigen Verhetzungen"zu entgehen; vom Obcrinspcctor continuirlich und genau zu führende Auf-zeichnungen, betreffend: Eontrolc über einen regelmäßigen Turnus der Orchester-nnd Chor-Dienste wurden dem gehorsamst Gefertigtem niemals zur Vorlagegebracht, der Obcrinspcctor hat diese Controle auch nicht geführt; um die Revisionder Theaterzettel und Ankündigungen vor der letzten Drucklegung bekümmerteer sich niemals, das besorgten immer nur die Regisseure und der Obcrinspicient;das Archiv-Locale hat er in Ausübung der Oberaufsicht einmal, seit dem Jahre1872 aber gar nicht mehr betreten."

„Er hat ferner schon zur Zeit, als zwischen dem gehorsamst Gefertigtenund ihm noch ein gutes persönliches Verhältnis; bestand, ihm etwa zufallendcCorrcspondcnze» dem ohnehin stark in Anspruch genommenen Sccretür und demRegisseur anfgchalst und die, bei Vorkommnissen in artistischen Angelegenheiten,namentlich bei Differenzen, freilich gewöhnlich unliebsame Vermittlung zwischenDirection und Personal sehr gern von sich abgewälzt und dem Regisseur Steineraufgebürdst. Dieses auf BegnemlichkcitSlicbe und Klugheit basirte Ablehnungs-system besagte dem gehorsamst Gefertigte» schon damals nicht sonderlich, ichbeschwichtigte aber mein Bedenke» und begnügte mich in letzterwähnter, wie in

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