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Johann Herbeck : ein Lebensbild
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Öffentlichkeit nur insoferne, als das Verbeugen der Künstler und das Blumcn-werfen bei offener Scene, als die Gesamintwirknng eines Kunstwerkes störend,darin verboten wurde.

Ein mehr materieller als künstlerischer Gewinn ward dem Opernthcaterdurch das Auftreten der Sängerin Frau Pantine Lncca zu Thcil. Hcrbcck warkein Verehrer dieser Künstlerin, allein da sie bei ihrem Auftreten in der komischenOper einen großen, durch Ncclnmmachcrci bedeutend gehobenen Erfolg errang,so standen dem Opernthcater durch ein Gastspiel der Frau Lncca große Ein-nahmen in Aussicht, welche er sich doch nicht entgehen lassen wollte. Frau Lnccatrat im Deccmber als Margarethe in Gonnod's Oper auf. Obwohl die Leistungendieser Sängerin in jener Oper eher abstoßend als anziehend zu nennen waren,so hatte sie. Dank einer wohlwollenden Eligne und Clagne, de» äußeren Erfolgdoch entschieden für sich. Hcrbeck war geradezu entsetzt von der Auffassung undDurchführung dieser Nolle durch Frau Lncca. Nach seiner Meinung stand dasGrctchen der Frau Ehnn so hoch über jenem der Frau Lncca, daß er es fürdurchaus unwürdig hielt, die Leistungen der beiden Sängerinnen in Vergleichzu ziehen. In der That machte Frau Lncca das durch die Oper Gvuuod'sohnehin schon genug entstellte Gretchen Gocthc's vollends zum Zerrbildc. Inähnlicher Weise urtheilte Hcrbeck später über ihre Leistung als Mignon, und ihreAuffassung Mozart'schcr Rollen nannte er geradezu unkünstlerisch, f

Ein wirklich großes künstlerisches Ereigniß war die erste sccnischc Auf-führung des dramatischen Gedichtes „Manfred" von Byron mit der MusikNob. Schnmann's am Wiener Hof-Oper»thcatcr und in Wien überhaupt. Wiean der betreffenden Stelle berichtet wurde, hielt Herbeck die Musik zu Manfredfür so wcrthvokl, daß er diese mehrere male im Concertsaale anfführte, wobeier sich des Ansknnftsmittcls eines verbindenden Gedichtes bedienen mußte. DieWirkung, welche die vom dramatischen Hintergründe losgelöste Musik damalsanSübte, reizte ihn schon lange zu einem Versuche einer Darstellung des Manfredin der Originalform, obwohl sich von vorne herein Stimmen gegen ein solchesUnternehmen erhoben. 2 )

Die Vorstellung fand am 22. Deccmber zu Gunsten des Theater-Pensionsfondes statt. Alle schauspielerischen Leistungen wurden, mit Aus-nahme jener Lewinsky's, der die Titelrolle spielte, von Kräften des Opern-

y Es kommt angesichts der Erfolge, welche Frau Lncca in den letzten zehn Jahrengerade in Wien errang, dem Verfasser nicht leicht an, Herbeck's Meinung, welche jener hentcbeinahe allgemein verbreiteten Ansicht, Fran Lncca stehe in der Reihe der ausgezeichnetstendramatischen Künstlerinnen, geradezu widerspricht, zu reprodnciren. Allein, der Biograph,der gewisse Dinge aus Opportnnitätsgründen verschweigt, stempelt sich — streng genommen— dadurch zum Lügner.

y Hauslick, beispicslweise, sah den Erfolg einer sccnischen Darstellung an den Schwierig-keiten der Sceneric und der Complicirtheit des Theatcrapparates, von vorne herein scheitern.Hanslick, a. d. Concertsaal S. 176.