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Indem wir diese mündliche Uebcreinknnft hiermit schriftlich bestätigen,und dieser brieflichen Bestätigung Contractskraft cinränmcn, zeichnen wirWien, den 15. Juli 1869. vr. S. Mosenthal
Or. B. Schulz
Noch bevor dieser Brief sich in Herbeck's Händen befand, hatte dieserseinem Chef, dem Fürste» Hohenlohe, von den schwebenden VerhandlungenMitthcilung gemacht, weil er ja ohne die Erlaubnis; seiner Vorgesetzten Behördeeine solche private Stellung nicht einnchmen Hütte dürfen. Der Fürst antwortete:„Was fällt Ihnen ein, wir werden Sie ja an unserem Theater selbst nothwendigbrauchen." Einen Tag, nachdem Moscnthal und Schulz den Contract unter-schrieben hatten, wurde im Obersthofmeisteramte das Dccrct ansgcfcrtigt, welchesHerbeck zur „Thcilnahme an der Leitung der musikalischen Angelegenheiten"des k. k. Hof-Operntheaters beruft. Diese Berufung galt ab 1. September vor-läufig auf ein Jahr; der Gehalt, welcher mit dieser provisorischen Stellungverbunden war, belief sich auf 2400 fl. Die Idee, an einem Privattheater zuwirken, welche zwar im Sommer nochmals alle» Ernstes zur Sprache kam,gab Herbcck dann definitiv ans. Vor der Besprechung der Thätigkcit Herbeck'sauf dem neuen und interessanten Felde möge der Leser einen raschen Blicküber die Schicksale des kaiserlichen Hof-Opcrnthcaters während der zehn vorher-gegangenen Jahre werfen.
Im April 1860 wurde das Theater an der Wien durch einen inder Residenz lebenden Gesanglehrer, Namens Matteo Salvi, vom Eigen-thümer des Hauses, Alois Pokornh, in Pacht genommen. Dank der Unter-stützung mehrerer Cavaliere sah sich der Pächter in der Lage, thenerc Sängerund Sängerinnen aus aller Herren Länder anzuwerben, welche nun eine vonihm geleitete italienische Operngesellschaft bildeten. Das Unternehmen ver-mochte sich indes; nicht lange zu halte», weil das, waö man dem Publicumbot, den Namen einer künstlerischen Leistung nicht verdiente. Der Oberstkäm-merer, dem damals die Hofthcnter unterstanden, Graf LanskoronSkh, äußerte,daß Salvi auch nicht das geringste Verstündniß seiner Aufgabe an den Taggelegt Hütte.') Und doch ereignete sich kurz darauf, im Februar 1861, dasUnglaubliche, daß derselbe Mann, der seine Unfähigkeit, ein Opcrnthcater zuführen, eben vor aller Welt bewiesen hatte, zum Direetor des k. k. Hof-Operntheatcrs ernannt wurde. Freilich, die unübertrefflichen Leistungen vonKünstlern, wie Standigl, Erl, Ander, Meyer (Frau Dnstmann) vermochte auchSalvi nicht zu verschlechtern, aber wie er den allgemeinen Zustand des Kunst-Institutes, welches, als Karl Eckert die Direction niedergelcgt hatte, mehr dennje einer sicheren leitenden Hand bedurft hätte, nach und nach auf das Niveau
y Friedrich Kaiser, unter fünfzehn Theater-Dircctoren S. 248. Als Quelle für dieDarstellung der Thätigkeit Herbeck's am Hof Opcrntheatcr stand dem Verfasser ein vorzüglichesMateriale zur Verfügung. Er findet cs jedoch nothwendig, zu bemerken, daß er das Archivdes Hof-Qperntheaters nicht benützt hat,