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werde» ihre Größe i» der rückhaltlosen Bewunderung bedeutender Erscheinungenstets ini schönsten Lichte zeigen, kleinliche, von der verblendeten Mitwelt unver-dienter Weise einporgchobcnc Geister aber schrecken vor den Offenbarungen einesGenius zusammen und hüten sich, der Welt zu zeigen, was sie selbst nur schauderndahnen, ans Furcht ihre Machwerke möchten, wenn die Menschheit einmal zurrichtigen Erkenntniß gelangt ist, plötzlich in ein Nichts zusammenschrumpfen.
Bald nachdem Hcrbcck den neu organisirten Singvcrcin übernommenhatte, bat er Liszt um die Einwilligung, seine Chöre zu „Prometheus" inWien aufführen zu dürfen. Erst ein Jahr später gelangte er in den Besitz derPartitur. LiSzt erinnert sich bei Uebersendnng derselben au die erste Aufführungdes ganzen Werkes gelegentlich der im August 1850 in Weimar stattgehabtenHerder-Feier und der Empfindlingen, welche damals seine Seele durchströmtcii:„Mein Puls war damals in fieberhafter Aufregung und der dreimalige Wehe-ruf der Oeeaniden, der Dryaden und der Unterirdischen ertönte mir von allenBäumen und Gewässern unseres Park'S." ')
An einem Erfolge der Chöre in Wien zweifelte der Componist, obwohl erihr Schicksal in die besten Hände gelegt hatte, von vorne herein nicht mitUnrecht, denn die Mozart-Säeulärfeier im Jahre 1856 hatte ihn überzeugt,daß ein großer Theil des Publienms und ein noch größerer der Kritik seinenSchöpfungen, ja selbst seiner Person abhold gesinnt war. Eine Verbitterung,die man zwar begreiflich finden kann, bei einem Manne, wie Liszt, aber liebermissen möchte, spricht aus de» Worten: „Ob der Magen der Critik und desPnblicnm's eine derartige vom Geier ansgchackte Leber wie die meines Pro-metheus verdaulich finden dürfte — ob nicht gleich bei den ersten Tacten allesverloren ist, kann ich nicht bestimmen; noch weniger aber möchte ich Ihnenüberflüssige Unannehmlichkeiten durch die Aufführung meiner von vornhereinübel berüchtigten „„Tonschmi ererci"" bereiten." 2) Auf Hcrbcck machte dasLiSzt'schc Werk schon beim ersten Dnrchlescn den Eindruck einer großen, erha-benen Schöpfung, denn er müßte anderen Falles der plumpste Schmeichler gewesensein, daß er an Liszt die Worte »iederschreiben konnte: „— ich bi» nichtim Stande den Eindruck zu schildern, den das wunderbare Werk auf michmachte, denn eine ganze Welt von Lust und Schmerz liegt in dieser Musik,die Jedem in'S Innerste greifen muß, der ein pulsirendcs Herz hat und keinenverrotteten Herzlappen."-') Mit den schönsten Hoffnungen mußte Hcrbcck alsoan die Einstndirung dieses von ihm als so bedeutend erkannte» Werkes gehen.Am 26. Februar 1860 fand die Aufführung desselben statt, worüber seinTagebuch berichtet:
>) Brief Liszt's vom Januar 1860, Anhang S. 21.
2 ) Brief Liszt's vom 18. November 1859, Anhang S. 21.
y Brief vom Januar 1860, Anhang S. 21. Wie seltsam nimmt sich dagegen Hanslick'sllrtheil ans: „Wie alle größeren Werke Liszt's ist auch „Prometheus" eine traurige Allianzder Erfindungslosigkeit mit dem Raffinement." A. d. Concertfaal. S. 199.