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Johann Herbeck : ein Lebensbild
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nicht besonders. Ich Unglücklicher! Es gibt also, außer meinen blinden Ver-folger», doch noch Menschen, die meine Aufopferung für die Sache anerkennen!"

Mit Herbcck's Bericht stimmen die vorliegenden Nrtheile in der Haupt-sache überein. Die Besetzung der Solopartien ließ einiges zu wünschen übrig.Ein Früulein Diamonti, welche die Partie der zweiten Israelitin durchführte,hatte das Unglück, daß man von dem, was sic sang, nur die Hälfte verstand,dafür löste Mayrhofer, der wackere Opernsänger, welcher für den kurz vorderAufführung unwohl gewordenen vr. Panzer cinsprang, seine Aufgabe zurallgemeinen Zufriedenheit. >) Die Gesammtwirkung litt auch hauptsächlich durchden Uebelstand des Mangels einer Orgel, welche mittels eines Harmoniums,dessen Wirkung namentlich in den tieferen Töne» zu schwach war, ersetzt werdenmußte. 2 ) Daß Herbeck trotz aller sich ihm cntgegenstcllcndeu Schwierigkeiteneine Ausführung vorzubereitcn vermochte, welche das Publicum interessirtc undfesselte, ja sogar Aufsehen erregte, ist eben ein Beweis für seine eminentenFähigkeiten. Diese sollten sich in dem ersten Gcscllschafts-Conccrtc in nochschönerem Lichte zeigen. Nachdem Clara Schumann das ^.-niokl-Couccrt ihresGatten unter stürmischem Beifallc beendigt hatte, trat der Siugverein als viel-köpfiger Virtuose zum ersten male mit Solopiecen vor die erstaunten Hörer.Zwei Chöre: „Das Hochlandmädchen" von Schnmann und Schnbert's „Litaneyam Feste Allerseelen"-2s wurden mit Enthusiasmus ausgenommen, ja die „Litaney"mußte über stürmisches Verlangen sogar wiederholt werden. „Es wurde aberauch wie aus einem Munde gesungen" schreibt Hcrbcck hochbeglückt in's Tage-buch, und in ganz gleichem Sinne, nur mit andere» Worten, urtheilt Speidel:„Der Singverein berührte in seinem Vorträge dieser Nummer die äußersteGrenze, welche, was Feinheit der Nuancirung betrifft, den Chorgesang vomSologesang unterscheidet". H

Das Programm des 2. Concertes bildete Schumauu's „Das Paradiesund die Pcri". Clara Schumann war, jubelnd begrüßt, bei einer Probe erschienenund begleitete selbst das ganze Werk am Clavier. Die vortreffliche Leistungdes Chores im Couccrte selbst, an dessen Spitze .Herbeck stand, veranlaßte diegeniale Künstlerin zu den schmeichelhaftesten Worten der Anerkennung, H welcherauch die Direction der Gesellschaft in einem besonderen Dankschreiben anHerbeck lebhaften Ansdruck gab. °)

Die nächste Production der Gesellschaft: ein Concert zu Gunsten des„Fondes zur Errichtung von Denkmälern für Beethoven, Gluck, Haydn undMozart" gab Herbeck Anlaß, mit den Worten „Auch Schubert wird dazu

') Ludwig Speidel in der „Wiener Zeitung" Nr. 262. I. 1858.y „Presse" Nom 11. November 1858.

y Das Programm verschweigt, daß das Chorarrangcmcnt von Herbcck sei.y Wiener Zeitung Nr. 264 I. 1858.

°) Tagebuch.

b) Vom 24. Dcccmber 1858.