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Verstärkt erscheinen sie als Urticaria, Stroplmlus oderPrurigo.*)
Die Angstersclieinungen können ihr physiologisches Vorbilderheblich überschreiten und als Pavor nocturnus, Enitresis oder alsechter Angstanfall auftreten.
Dann liegt ganz gewöhnlich auch bei kleinen und kleinstenKindern eine der Freud’schen Bedingungen vor, häufig das ge-wolinheitsmässige Lutschen, oft auch eine vorzeitige Erregung durchdas abscheuliche Beruhigungsmittel der Kinderfrauen, welche das iSchreien der Kleinen durch Klopfen auf die Genitalien so wirk- :sam und unfehlbar zu coupiren wissen.
Ich rede nicht erst von wirklichen Anomalien der Genitalien,Phimosen, Smegmaabsonderungen, Balanitiden u. dgh, welche zuchronischen Reizungen führen; und gewiss nicht von den sexuellen 'Missbrauchen, welchen Kinder in jedem Alter und in erschreckenderHäufigkeit von Seiten des Wartepersonales ausgesetzt sind. Auchhier muss ich auf die Arbeiten von Freud**) verweisen, die ganzbahnbrechend sind und uns über die sexuellen Verhältnisse undderen Wirkungen aufs Nervensystem neue und völlig ungeahnte JAufschlüsse ergeben haben.
Hiernach begreift sich das Auftreten von Angst im Kindes-alter gewiss.
Nur möchte ich noch hinzufügen, dass manchmal die latenteAngst erst durch die Wirkung eines anderen von aussen einge-führten infectiösen Giftstoffes zum Ausdruck kommt. Der Angst-anfall von Fritz M. (vgl. Seite 173), der infolge des Schutzblattern-impfstoffes am periodischen Tage zum Ausbruch kam, ist einBeispiel dafür. Der Angstanfall im Fieber gehört wohl auch indiese Gruppe, um so mehr, als solche Anfälle nicht selten kurzvor der Krise auftreten, über deren periodische Zeiten wir bereitsunterrichtet sind.
Vor der Menopause findet sich gewöhnlich eine grosseSteigerung des sexuellen Bedürfnisses, und die weit nach dem Er-
*) Anmerkung. Erwachsene mit Angstneurosen haben öftersein chronischesEczem, das jeder localen Behandlung trotzt und mit Schwinden der Angst vonselbst vergeht. Bei Asthmatischen sah ich nicht selten Vitilligo in der Nähe derinneren Augenwinkel.
**) Zur Aetiologie der Hysterie, Wiener Klin. Kundschau 1896 No. 22—26. [1