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Wir haben ferner gesehen, dass das Auftreten von Angst-anfällen an periodische Tage gebunden ist. *) n.
Vergegenwärtigt man sich die frappante Aehnlichkeit einesAngstanfalles mit gewiss enlntoxicationen —ich erinnerean die Angst bei acuter Nicotin- oder bei Colchicumvergiffcung oderan das Angststadium im diabetischen Coma, — so kommt man zuder Annahme, dass zur Zeit der periodischen Tage ein Stoff imKörper ausgeschieden werde, der auf das Nervensystem wirkt undunter gewissen Umständen peinliche Empfindungen erzeugt. In Jphysiologischem Abklang kennt fast jede Frau solche ängstlicheVerstimmungen an den periodischen Tagen, die durch die uterineBlutung betont sind. Und gerade deshalb haben die Menses denNamen des „Unwohlseins“ erhalten.
Das periodisch ausgeschiedene Toxin dient vielleicht beim )normalen geschlechtsreifen Menschen der Sexualerregung. Vor derGeschlechtsreife beim Kinde ist es wahrscheinlich für den Aufbaudes Organismus wichtig, nach der Geschlechtsreife besorgt es denAbbau desselben.
Bei Familie M. (Fall 133) haben wir gesehen, wie bei denKindern die Entwicklung der Zähne, der Sprache in denselben peri-odischen Schüben sich geltend macht, welche die Menses der Mutterhervorbringen. Und fernere ausführlichere Beispiele für diese bedeu-tungsvolle Tliatsache werden wir anderen Ortes veröffentlichen.Für den Abbau der Gewebe war die Geschichte des Zahnes von FrauM. lehrreich, der den letzten Anstoss vor dem Ausfallen an demTage bekam, wo bei dem Töchterchen ein neuer Zahn durchbrach.Wir werden aber sehr bald in viel eindringlicherer Weise denperiodischen Abbau des Menschen kennen lernen.
*) Anmerkung: Mit der Feststellung, dass Angst nur an determinirtenTagen entbunden wird, entfällt der Einwand, den Löwenfeld (München, med.Wochenschr. 1895, Nr. 13) gegen die Freud’sche Theorie gemacht hat. Er lässtdie Angstanfälle „weit überwiegend nur bei bestimmten (äusseren) Anlässen“ ein-treten und von der Vita sexualis unabhängig sein. „Sonst müsste jeder mit Angst-zuständen Behaftete, so lange keine Aenderungen in seinem sexuellen Leben ein-treten, von Zeit zu Zeit einen Angstanfall haben, wie der Epileptische seinenAnfall von grand und petit mal hat“. Löwenfeld wusste natürlich nicht, mitwelcher Genauigkeit seine Forderung von dem Angst- und dem epileptischenAnfall erfüllt wird. Beide folgen ihrer zeitlichen Bestimmung nach den gleichenGesetzen. (S. auch Fälle 131 u. 122.)
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