Ich verfüge noch über eine dritte Schwangerschaftsanalyse.Sie stammt von der Patientin des Falles 42, Frau S, die nasen-leidend ist und bei der eine Dysmenorrhoea intra graviditatem amKalendertage der Menstruation durch den Cocainversuch beseitigtwurde. Die letzte Regel trat bei Frau S. am 16. November 1895ein. Die Schwangerschaft ist also zur Zeit (Anfang Juli 1896) nochnicht abgeschlossen und daher die Analyse für die Veröffentlichungnoch nicht reif. Hier möchte ich nur erwähnen, dass sich dieSchwangerschaftsbeschwerden bei Frau S. in ganz analogerWeise in zwei Gruppen von Reihen mit 28-und 23tägigemIntervall ordnen lassen, und dass die Nase dabei mit dengleichen Zeichen betheiligt ist, wie in den anderenbeiden Fällen. Auch die Kindsbewegungen und derEintritt der ersten Milchsecretion fallen auf die durchdie Reihen determinirten Tage.
Die erste Kindsbewegung bei Frau S. wurde an einem Tageder ersten männlichen Reihe (29. Februar / 1. März nachts) bemerkt.Das Wiedererscheinen der Kindsbewegungen, die zuvörderstsistirten, wurde am folgenden Termin derselben Reihe (24. März)verzeichnet. Die fernere Wiederkehr bewirkte dann der nächsteTermin der zweiten männlichen Reihe (31. März/1. April nachts).Und nach einem weiteren Intervall fanden sich die Kindsbe-wegungen mit dem Termin der 28tägigen (weiblichen) Nebenreihe(16. April) wieder ein, um dann immer häufiger zu erscheinen.Auch die Verstärkung der Kindsbewegungen an Termintagen istbei Frau S. sehr markant.
Die erste Milchsecretion am 25. Mai bewirkte (wie bei Frau Mund Frau A) der Termin einer männlichen (23tägigen) Reihe.*)
*) Anmerkung während der Correctur:
68 Tage (= 3 X 23 — 1) später ist dann am 1. August die Entbindungerfolgt, mit dem wegen der bestehenden nasalen Dysmenorrhoe vorausgesagten,ungemein intensiven echten Wehenschmerz.
Die Eeihe der ersten, bezw. diejenige der wiederkehrenden Milchsecretionscheint für den Geburtseintritt bedeutsam zu sein. Sie spielt in allen drei Schwanger-schaftsanalysen die auslösende Rolle.
Alle drei der Analyse unterzogenen Mütter sind vordem bereits nasenleidendgewesen. Alle sind — nach ihrem gewöhnlichen Menstruationsintervall gerechnet —vorzeitig niedergekommen (Ventiltüchtigkeit der Nase verringert).