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Die Beziehungen zwischen Nase und weiblichen Geschlechtsorganen : in ihrer biologischen Bedeutung dargestellt
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dieErsatzschmerzen (siehe oben) erschienen. Wüssten wir nicht be-reits, dass solche Ersatzschmerzen von der Nase her ausgelöst werden,so hätte es uns hier der positive Cocainversuch (Genitalstellen rechts,die blasenförmig geschwollen waren) gelehrt, der durch die erfolgreicheAetzbeliandlung completirt wurde.

Die Kranke hat Adenoidreste im Nasenrachenraum und Nasen-eiterung. Zur Pubertätszeit begann häufiges Nasenbluten, das erst mitder gleich nach der Heirat eingetretenen Gravidität aufhörte. Die Mensessind regelmässig, von achttägiger Dauer, sehr stark und mit den Er-scheinungen nasaler Dysmenorrhoe verknüpft.

Ausserdem hat Patientin seit dem dritten Monat der Schwanger-schaft Magenschmerzanfälle bekommen, welche die Gravidität überdauerthaben und auch jetzt noch regelmässig zur Zeit der Menses auftreten.Die Magenschmerzstelle*) (vorderes Drittel der linken mittleren Nasen-muschel) ist stark hypertrophirt. Der Cocainversuch im Magenschmerz-anfalle fällt positiv aus. Nach der angeschlossenen Extirpation der er-wähnten Stelle sind die Magenschmerzen jedenfalls bei der nächstenMenstruation fortgeblieben. Einer weiteren Beobachtung hat sich diePatientin leider entzogen.

Die Patientin hat noch die bemerkenswerthe Angabe gemacht,dass sie während der ganzen Schwangerschaft, und zwar vom erstenMonat an, beim Coitus Bauchschmerzen (wie bei der Regel) gehabthabe. Später sind dieselben nie mehr aufgetreten.

Die völlige Gleichheit der (enviesenermaassen nasalen) Recidiv-schmerzen (Anfang September 1894) mit jenen, die heim Stillendie Kranke peinigten, liesse schon den Wahrscheinlichkeits-schluss auf einen nasalen Mechanismus auch für die letzteren zu.Dazu aber kommt noch der gewichtige Umstand, dass die Recidiv-schmerzen zugleich mit Störungen des Menstruationsintervalleseinhergingen, also ohne Zwang aus der Wechselbeziehung erklärtwerden können, welche zwischen Genitalien und Nase besteht.

Da endlich für die Lactationsperiode überhaupt eine Störungim normalen Ablauf der Menstruation charakteristisch ist, sokann es nicht Wunder nehmen, wenn auch sie aut dem Wegeüber das Genitale verändernd auf die Nase einwirkt. Dassdiese Vermuthungen nicht unberechtigt sind, beweisen einigeWahrnehmungen, die ich bei der Frau A. (Siehe Seite 129.)machen konnte. Dieselbe hatte nur spärliche Nahrung, welcheum den 5. Januar fast ganz versiegte. An diesem Tage docu-

*) Siehe: Dysmenorrhoe und Magenschmerz 1. c. S. 3.