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Mittelniederdeutsches Handwörterbuch
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bczeichnungen 0 und U (NI), nicht s/t, denn dafür hatte man e), ij oder

y, die Haken oben oder unter den Vocalen, die Stapelung von Vocalenüber einander oder ihre Gesellung auf der Linie neben einander ein-fach ignorieren dürfen, als wären sie bedeutungslose Variationen oderSclmörkeleien müssiger Kalligraphen, und ob wir nicht vielmehr darinden Ausdruck von Lautschattierungen zu erblicken haben. Mit Hülfeder besseren Handschriften wird man die Bedeutung und die Hegeldieser mittelalterlichen Orthographie wohl entdecken können. Dannwird es an der Zeit sein, an die Stelle der hergebrachten, zwar be-quemen, aber die Sprache mangelhaft und teilweise unrichtig dar-stellenden Normalschreibung eine neue zu setzen, welche möglichstder mittelalterlichen Schreibweise anzunähern wäre, so dass man

z. 11. etwa auf den Circumflex, ausser in grammatischen Untersuchungen,Verzicht leisten dürfte.

Dass die Texte, wie bisher nach der alten, so nach einer solchenlautgemässeren Orthographie ohne Rücksicht auf zeitliche und örtlicheund individuelle Dialekteigentümlichkeit dann zu recht gestutzt unduniformiert würden, ist nicht zu wünschen und auch wohl nicht zuerwarten. Hingegen ein \\ Örterbuch kann ohne solche geregelteOrthographie nicht fertig werden; ohne die jetzt geltende wären auchdas Mittelniederdeutsche A\ Örterbuch und das MittelniederdeutscheHandwörterbuch wahrscheinlich nicht zu Stande gekommen. Daherwar mir auch vorgeschrieben, das letztere Werk in der vorn Verfassereingeschlagenen Hahn zu Linie zu fuhren. Trotz aller angewandtenMühe mag jedoch die Arbeit hie und da Oonsequenz und Gleich-mässigkeit vermissen lassen, was ich für Liibben mit seiner längerenKrankheit, welche in seinen Tod endete, für mich mit der Schwierig-keit zu entschuldigen bitte, welche mit solcher Aufgabe, das Werkeines Andern herauszugeben und zu vollenden, verknüpft ist.

HAMBURG, August 1888.

C. H. F. Walther.