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Mittelniederdeutsches Handwörterbuch
Entstehung
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durch Interpretation und seltene Ausdrücke ausgezeichnetes deutsch-lateinisches Vocabnlar des fünfzehnten Jahrhunderts, welches im Besitzeder Hamburger Stadtbibliothek ist, habe ich von M an vollständigverwertet.

Die auf diese Weise möglich und nötig gewordenen Zusätze undVeränderungen haben auf Plan und Hinrichtung des Wörterbuchskeinen Einfluss geübt; höchstens den, dass ich, um den Band die zueiner bequemen Handhabung unumgängliche Grenze des Umfangesnicht überschreiten zu lassen, auf Baumersparnis bedacht sein musste.Hierzu ward ich auch durch eine anderweitige Vermehrung der Artikelgenötigt. Um die Brauchbarkeit des Buches zu steigern, habe ichnämlich häufiger, als der Verfasser, Nebenformen eines Wortes alseigene Artikel, mit Verweisung auf die Hauptform, angesetzt. Sosuchte ich mir denn Platz zu schaffen dadurch, dass ich Zusammen-setzungen desselben Bestimmungswortes entweder zu einem Artikel(diesem ersten Compositionsgliede) oder (mit Berücksichtigung derGrundwörter) zu wenigen Artikeln vereinigte, wo nur der bequemenAuffindbarkeit der Wörter kein Eintrag zu geschehen schien, unddass ich manche bloss im speciellen Niederländischen gangbare, demeigentlichen Niederdeutschen aber fremde Ausdrücke, welchen LübbenAufnahme gegönnt hatte, ausschied.

Abweichend vorn Grossen Wörterbuche, hat der VerfasserZusammensetzung eines Wortes durch einen Bindestrich zwischen denBestandteilen angedeutet, dies jedoch nicht auf die suffixartigenCompositionsglieder dorn, heit, scliap, bar, haftich, lik, sam etc. aus-gedehnt und es gleichfalls unterlassen, wenn die Teile durch Contractionoder Assimilation enger verwachsen sind. Bei den Präfixen ist ernicht einheitlich verfahren. Während er die unbetonten (he, ent, er,ge) mit Bindestrich versieht, hat er bei anderen, wie es scheint,diesen nur setzen wollen, wenn sie den Ton haben und in Verbal-compositionen vorn Grundworte trennbar sind. Ich habe diese Weisedurchzuführen versucht, bin aber nicht selten über die Richtigkeitmeiner Entscheidung unsicher geblieben, teils weil dies Gebiet derGrammatik überhaupt noch sehr der Untersuchung bedarf, teils weilsich nicht immer beweisende Textstellen auffinden liessen. Auch wirdein Unterschied nach der Zeit zu machen sein: in der älteren ist dieBindung lockerer, der jüngeren dient losere und festere Verbindungzur Entwickelung verschiedener Bedeutungen. Bei einigen Verbal-zusammensetzungen, z. B. mit over und under, galt wohl, wie zumTeil noch heutzutage, Trenn- und Untrennbarkeit ohne Begriffsunter-scheidung neben einander.

Die Ordnung der Artikel ist alphabetisch, jedoch mit der Ein-schränkung, dass die Wörter, welche mit E anlauten, unter V, diemit C und Tz (hd. Z) unter S gebracht sind. Bei in- und aus-lautendem f ist der Verfasser nicht consequent verfahren, weshalb ichmich berechtigt erachtet habe, hier zur Bequemlichkeit des Publicumsfür die zweite Hälfte des Werkes die alphabetische Trennung von f