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Zur Psychologie der logischen Grundthatsachen
Entstehung
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nung abweist, heißt die einfache Aussage »AistB« eine Bejahung;es gehört aber nicht zu den Bedingungen des Urtheiles »A ist B«,

dass an die Möglichkeit einer Verneinung.gedacht worden

wäre.« Wir können deshalb mit ihm solche einfache Urtheile

als positive bezeichnen und die Affirmation als Verneinung einerNegation betrachten.

Welches aber ist die ursprüngliche Function der Verneinung?Offenbar die, die Mitunterredner von der Bildung unrichtigerCombinationen abzuhalten. Denken wir uns, ich hätte begonnen zuerzählen: da legte ich das Gewehr an ... ; und der Zuhörer fielemir ins Wort und führe fort: . . und der Feind entfloh!, und icherwiderte: nein, er entfloh nicht, sondern griff seinerseits nach demDegen ... so haben wir die ursprüngliche Function der Verneinungklar vor Augen. Sie besteht darin, nicht gewünschte Bildungenvon Vorstellungscombinationen zu verhindern.

Natürlich aber verfeinert sich dieser Process mit der Zeit.Es ist nicht immer nothwendig, dass falsche Urtheile abgewartetwürden, um sie zu verneinen, sondern ich kann auch gleich in derErzählung fortfahren : der Feind aber entfloh nicht, sondern . . .dann muss mir die verneinte Combination als eine naheliegendeerschienen sein. Mit anderen Worten, wir können mit Sigwartsagen: »Die Verneinung hat keinen anderen Sinn, als die subjectiveund individuell zufällige Bewegung des Denkens, die in ihren Ein-fällen, Fragen und Vermuthungen, irrthümlichen Behauptungen überdas objectiv Gütige hinausgreift, in die ihr von den durch die Naturgegebenen Vorstellungen (?) gesteckten Schranken zu weisen.« Oderanders ausgedrückt: haben die positiven Sätze die Aufgabe, demAssociationsstrom sein Bett zu graben, so kommt den negativen dienicht minder wichtige Function zu, ihn, wo es noth thut, einzu-dämmen.

Man kann aber noch einen kleinen Schritt weiter gehen.Denn nothwendig muss ja die Vorstellung, vor der ich durch dieVerneinung warnen will, schon in mir aufgetaucht sein; und indiesem Sinne kann man auch sagen: die Negation bedeutet eineCorrectur der freien durch die an die Erinnerung gebundene asso-ciative Thätigkeit.

Auch das Wesen der Frage lässt sich leicht darlegen. DerFragende legt dem Gefragten Vorstellungselemente vor, damit ihndieser anweise, aus ihnen die richtige Combination zu bilden. Eskann dies in doppelter Weise sich ereignen. 1. Es werden sämmtliche