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Der Grosse Kurfürst und Moritz von Nassau, der Brasilianer : Studien zur brandenburgischen und holländischen Kunstgeschichte
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III. Der Kunstiu iterricht am Hofe des Gr. Kurfürsten.

dass er einem nicht sofort Ordre parirenden Pagen mit gezückterSeitenwaffe drohte. In solchen Pallen folgte die väterliche Strafemit jener, selbst in der nächsten Umgebung Friedrich Wilhelms ge-übten, Unnachsichtigkeit auf dem Fusse. Und die Furcht, auf diefürsorgliche Liebe seiner Eltern nur einen Tag Verzicht leisten zumüssen, war für das Ehrgefühl des prinzlichen Knaben unerträglich.Um so aufrichtiger trat daher die Keue ein, wenn ihm Schwerin inbewegten Worten vorhielt, wie sehr er sich durch sein üblesBetragen „an Gott und seinen durchlauchtigsten Eltern“ ver-gangen habe. Dann säumte der Prinz nicht länger, alle diejenigenum Verzeihung zu bitten, die er beleidigt, und de- undreumüthige Briefe an den Kurfürsten und die Kurfürstin zuschreiben, in der Hoffnung, dass ihm die Strafe der Verbannungvon den Augen seiner Eltern geschenkt werde.

Dass übrigens zuweilen auch die Prinzen für die letzterenihre Portraits malen Hessen, entnehmen wir ebenfalls aus Notizendes Erziehungsjournals. So kam im Juni 1666, bei Gelegenheiteines kurzen Aufenthalts in einem kleinen Utrechtschen Orte, einMaler Namens Janson*) zu ihnen, um erst den Kurprinzen,dann dessen jüngern Bruder im kleinen Format zu konterfeien**).Auch vor der Uebersiedelung des Hofes nach Königsberg liesssich Karl Aemil „auf seiner Kammer“ portraitiren; das geschaham 1. August 1668, gleich nach Aufhebung der Tafel. Sicherlichtrug dieser frühzeitige persönliche Verkehr mit Malerndazu bei, die Söhne Friedrich Wilhelms des Grossen in ihrerVorliebe für Kunstwerke und Künstler zu bestärken und ihreneifrigen Zeichenübungen einen erhöhten Reiz zu geben.

*) Vielleicht ein Sohn des berühmten Comelis Jansz. van Ceulen, dessen Wittweim Jahre 1664, als in Utrecht lebend, urkundlich erwähnt wird (vgl. Woltmann-Woer-manns Gesch. d. Malerei, Bd. III. 2. Leipzig 1888. S. 663.

**) Erzieh. Joura. a. a. 0.: „Helstein, 14. Juni (früh) . . . undt hatt sich der GhurPrintz in Clein von einem Mahler aus Utrecht nahmens Janson mahlen lassen .. . (Nach-mittags) „hernach hatt sich Printz Friedrich mahlen lassen.“ — Die Mehrzahl ihrer ur-kundlich genannten Bildnisse bezieht sich übrigens auf die früheste Kindheit der Prinzenund auf die Thätigkeit des Willem van Honthorst am brandenbg. Hofe.