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Die Tlinkit-Indianer : Ergebnisse einer Reise nach der Nordwestküste von Amerika und der Beringstraße ausgeführt im Auftrage der Bremer Geografischen Gesellschaft in den Jahren 1880-1881 durch die Doctoren Arthur und Aurel Krause
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13. Kapitel.

im Gefolge haben konnte, wurden die Mahnungen derjenigenMissionäre, die thörichter Weise auch dann die Einstellung derArbeit verlangten, nicht beachtet.

Es befriedigt die Eitelkeit des Indianers, am Sonntag infestlichem Staat, womöglich mit weißer Wüsche und hohem Hut,in die Kirche zu gehen. Mit scheinbarer Andacht hört er diePredigt an, die er gar nicht oder doch nur sehr unvollkommenversteht, wobei er jedoch das unbestimmte Gefühl hat, ein ver-dienstliches Werk zu thnn. Wie aber für jede andere Dienst-leistung, so erwartet er auch hierfür seine Belohnung, und des-halb war es durchaus der indianischen Auffassung entsprechend,als die Tschilkats, nachdem sie ein halbes Jahr lang die Kirchebesucht und ihre Kinder in die Schule geschickt hatten, nun zudem Missionär gingen und sich darüber beschwerten, das; sie nochimmer nicht für ihre Frömmigkeit belohnt worden wären undnicht wie die Tschimssians Bretter zum Bau von neuen Häusernerhalten hätten.

Was nun die bisherigen Erfolge der Missionsthätigkeitanlangt, so sind dieselben wenig bedeutend. Die Sitkas, denendoch bereits unter der russischen Herrschaft das Evangelium ge-predigt wurde und durch Männer von so hervorragender Tüchtig-keit, wie cs der Priester Weniaminow war, stehen jetzt in demallcrschlechtesten Rufe. Hier wie anderwärts ist der gute Ein-fluß, welchen die Lehren der christlichen Kirche Hütten ausübenkönnen, durch die schädlichen Folgen einer unvermittelten Be-rührung mit der Civilisation und des Verkehrs mit gewaltthätigenund die Rechte der Eingeborenen mißachtenden Weißen mehr alsausgeglichen worden.

Ein großes Hindernis für die Civilisationsbestrebungenbilden auch die Lebensgewohnheiten der Indianer. Hat derMissionär während des Winters bei einem leidlich regelmäßigenSchul- und Kirchenbesuch einige Erfolge erzielt, so muß er ge-wärtig sein, daß dieselben während des Sommers, wenn dieOrtsinsasscn sich zur Jagd und znm Fischfang zerstreuen, wiederverloren gehen. Hierzu kommt, daß die die Missionsthätigkeitausübenden Personen öfters für ihr Amt wenig geeignet sindund ohne Verständnis des indianischen Charakters und derindianischen Gebräuche sich mit rein äußerlichen Erfolgen be-