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Die Tlinkit-Indianer : Ergebnisse einer Reise nach der Nordwestküste von Amerika und der Beringstraße ausgeführt im Auftrage der Bremer Geografischen Gesellschaft in den Jahren 1880-1881 durch die Doctoren Arthur und Aurel Krause
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10. Kapitel.

wie Mich *) handelte und lebte, so müssen auch wir leben" 2).Am ausführlichsten berichten Lütke und Weniaminow über die-selben; fast alle späteren Mitteilungen, so auch die Holmbergs,sind nur aus diesen Quellen geschöpft H. In der folgenden Dar-stellung halte ich mich getreu an die Aufzeichnungen, welche wirwährend unseres Aufenthalts in der Handelsstativn Tschilkutmachten. Dieselben geben zum größten Teile die Erzählungeneines alten, erblindeten Indianers, mit Namen Kaschkoo, wieder,welcher an den Winterabenden die Faktorei zu besuchen pflegteund dort, einen Kreis von Indianern, Männern und Frauen,damit unterhielt. Aufmerksam lauschten die Zuhörer, und oft-mals unterbrach lautes Gelächter den Erzähler, wenn er von denlistigen Streichen und den derben Späßen Jvlchs berichtete.

Einst, so hörten wir, lebte ein mächtiger Häuptling, der einejunge Frau hatte, auf welche er sehr eifersüchtig war. Er hatteaber auch eine Schwester ^), deren zehn Söhne er, einen nachdem anderen, tötete, damit sie nicht einst nach dem Brauch derTlinkit seine Frau als Erbe erhielten. Aus Gram über denTod ihrer Söhne ging die Schwester in den Wald, um sich selbstzu töten; hier begegnete ihr ein alter Mann, welcher sie nachder Ursache ihres Kummers fragte und ihr, nachdem er dieselbeerfahren hatte, folgenden Rat gab:gehe zur Ebbezeit an denMeeresstrand, suche einen runden Kieselstein, mache ein großesFeuer und erhitze ihn darin; dann nimm ihn heraus und ver-schlucke ihn ohne Furcht; er wird dir keinen Schaden thun"-'').Die Frau that alles nach dem Rate des Alten, und da sieschwanger wurde, baute sie sich an demselben Orte eine Hütte, inder sie einen Sohn gebar, welcher zu einem schonen Knabenheranwuchs. Dieser war aber Jölch. Einen Stein, den sie von

') Weniaminow schreibt g.rn, bll.

2) Weniaminow 87 bis 88. Holmberg 42.

Pinart, der die Sage von Jölch als selbst vernommene wiedergiebt,bringt hier und an anderen Stellen nur eine fast wörtliche Nebcrsetznng vanWeniaminow, dessen Namen er nur einmal nebenbei erwähnt.

H Von Weniaminowleibeiin xfinsi, d. h. Tochter eines Meertieres",genannt.

Weniaminow sagt, daß Kitchnginst an den Strand ging, und daß einWalfisch ihr den Rat gab.