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9. Kapitel.
besonders kunstvoll. Die Pfeile hatten Spitzen von Stein, Knochen,Kupfer oder Eisen, die mitunter sageartig eingeschnitten waren.
Beim Spannen wird der Bogen horizontal gehalten.
Außer Bogen und Pfeil wurden beim Kampfe noch langeWurfspeere mit eiserner Spitze benutzt. Dagegen sind über denGebrauch der Streitäxte, ans Stein oder Knochen, welche manjetzt noch vereinzelt unter dem alten Hausrate findet, leine Nach-richten überliefert. — Das Skalpieren der erschlagenen Feindescheint, wenn auch nur in einzelnen Ansnahmefällen, früher geübtworden zn sein. — Nach Lisianskh ließen sich die Eingeborenengegen gefallene Feinde, besonders gegen Europäer, die in ihreHände fielen, die größten Grausamkeiten zn Schulden kommen.„Männer, Frauen und Kinder fallen dann zugleich über denArmen her; einige machen Wunden in sein Fleisch, andere stechenoder brennen ihn, andere schneiden einen Arm oder ein Bein ab undandere skalpieren das Haupt. Letzteres geschieht auch bei einemFeinde, der tot auf dem Schlachtfeld bleibt. Es wird von demSchamanen gemacht, indem er erst die Haut rund um den Kopfherum durchschneidet und dann den Skalp bei den Haaren ab-zieht. Der Kopf wird abgeschnitten und weggeworfen oder auchirgendwo als Merkzeichen aufgesteckt*).
Auch Holmberg sagt, daß man die gefangenen Feinde zuSklaven mache, die getöteten skalpiere und den Skalp als Kriegs-trophäe aufbewahre, um ihn bei festlichen Gelegenheiten als Bein-schmnck zu benutzen2).
Jetzt ist der Gebrauch des Skalpierens gänzlich aufgegebenworden. — Als Merkwürdigkeit wurde es uns mitgeteilt, daßein Tschilkat-Häuptling unter seinen Trophäen einen Skalpbesitze.
Allgemein dagegen war die Sitte, einen Friedensschlnß odereine Versöhnung durch Stellung von Geiseln zn sichern. NachWeniaminow und Holmberg durften diese mehrere Tagelang nur mit der linken Hand essen, da die rechte währenddes Kampfes die Waffen geführt hatte. Zu jeder Geisel wurden
0 Lisianskt, 238 bis 239.2) Holmberg 42.