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Die Tlinkit-Indianer : Ergebnisse einer Reise nach der Nordwestküste von Amerika und der Beringstraße ausgeführt im Auftrage der Bremer Geografischen Gesellschaft in den Jahren 1880-1881 durch die Doctoren Arthur und Aurel Krause
Entstehung
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Gebräuche bei der Geburt, Erziehung, Verheiratung und beim Tode. 217

zufolge den rohen Speck irgend eines Seesängetieres mit Aus-nahme des Walfisches ').

Sowie die Kinder gehen lernen, werden sie täglich in kaltemMeer- oder Flußwasser gebadet. Das erste Bad soll von denEltern selbst oorgenommen werden, bei den späteren aber derOheim die Stelle der Mutter vertreten, weil dieser weniger nach-sichtig sei und die unfolgsamen Kinder, die nicht aufhörtcn zuschreien, durch Stockschläge züchtige ^). Jetzt ist indessen diese Ge-wohnheit der täglichen kalten Bäder, in welcher Holmberg sowohldie Erklärung für die große Sterblichkeit der Kinder wie für denabgehärteten Körper der Ueberlebenden sieht, wenn sic überhauptnoch beobachtet wird, sicher nicht mehr allgemein ").

Gleich nach der Geburt wird dem Kinde der Name irgendeines mütterlichen Vorfahren gegeben; durch die Feier einesgroßen Festes zum Andenken an die gestorbenen Verwandten er-wirbt aber der Tlinkit das Recht, sich einen zweiten Namen, deneines väterlichen Ahnherrn, beizulcgen. Reiche Häuptlinge sollendiesen zweiten Namen ihren Söhnen auch gleich nach der Geburtgeben, wodurch dieselben verpflichtet werden, einstmals die großenFeste zu feiern.

Einen dritten Namen fügen sich die Tlinkit zu, wenn ihnenein Sohn geboren wird; dann nennen sie sich Vater oder Mutterdes oder des Sohnes. So hieß der Vater des drei- bis vier-jährigen Oon-ö-rvnllOoir-Z-v/üll Iisoll", die Mutter ,,I)oir-6-rväll blä". Ein angesehener Häuptling in Sitka, welcher keinenSohn hatte, wurde, wie Holmberg erzählt, nach seinem Hunde,Vater des und des Hundes genannt ').

Bei Beginn der Entwickelungsperivde werden die Mädchenlängere Zeit als unrein abgesondert und gleich den Wöchnerinnenin einer kleinen Zweighütte untergebracht. Erman beschreibtdiese Hütten als t> bis 8 Fuß hoch, nach der See und nach derStraße zu mit einem vergitterten (?) Lichtloch versehen, sonst aberoben und von allen Seiten mit grünen Nadelholzweigen dichtbedeckt. In mehreren von diesen befand sich je ein Frauen-

') Wcnmminow 90. Holmberg 38.

2) Lütke I, 200. Laugsdorff II, 116.

Wemaminow 90 bis 91. Holmberg 41.

*) Holmbcrg 38.