202
7. Kapitel.
Außerordentlich mannigfaltig sind die für den Festgebranchund für die Aufführungen der Schamanen bestimmten Masken,Klappern, Trommeln, Tanzstäbe u. dgl. Die Masken sind ent-weder bloß Gesichtsmasken mit Mund- und Augenhöhlen, odersie stellen die Köpfe von Tieren, meist von Vögeln dar, oderauch irgend eine phantastische Kombination mit allerhand mechani-schen Vorrichtungen, beweglichen Flügeln u. s. w. So sahen unr-eine Maske mit dem Modell einer Lachsfalle; doch sind solchekomplizierte Masken unter den Tlinkit seltenund wahrscheinlich nur von Süden her ein-geführt. Alle Masken sind ans Holz gefer-tigt, gewöhnlich mit roteil Linienzeichnnngcnbemalt und öfters mit Perlmutterstückchenansgelegt. Lederstreifen, die an den Rändernbefestigt sind, und die um den Kopf geschlungenwerden, dienen zur Befestigung; mitunter istaber auch nur innen in der Höhlung eineLedcrschleife angebracht, welche mit den Zäh-nen festgehalten wird. — Die Ausführung istsehr verschieden, häufig ziemlich roh, dannaber auch wieder bisweilen recht sorgfältig,namentlich bei den aus älterer Zeit stammen-den. Unter den Gesichtsmasken findet inanauch die von Frauen, mit der Nachbildungdes Hvlzpflockes in der Unterlippe. — EinigeMasken sind auch mit menschlichem Haar ge-schmückt.
Die Klappern, „tselrö-solrnolr" genannt,bestehen in ihrer einfachsten Gestalt aus zwei gleich großen, rundenoder ovalen Holzschalen, die mit den Rändern so aufeinandergelegt werden, daß sie einen Hohlraum einschließen. In diesenHohlraum werden kleine runde Steinchen gelegt; die beidenHälften bindet man dann durch Sehnen oder Lederstreifenvollständig schließend aneinander fest. Ein kurzer, hölzerner Stielwird entweder später eingefügt, oder auch gleich ans einem Stückmit den beiden Wandungen des Hohlranms gearbeitet. — Oestersaber sind die beiden Teile der Klapper reich mit symbolischenSchnitzfiguren verziert, so wiederholt sich namentlich die Dar-
Fischbeinkamm, Zäk-vüoctll, mit Bären-kopf, aus Huna,nat. Größe.