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6. Kapitel
Wandstärke werden von außen im Abstande von 2 bis 3 ämkleine Löcher bis zu einer bestimmten Tiefe hincingebohrt und indieselben hölzerne Stifte gesteckt; kommt der Arbeiter von innenan dieselben, so weiß er sich nach ihnen zu richten. Ilm einmöglichst großes Canoe ans einem gegebenen Stamm Herstellenzu können, wird derselbe ungefähr zu ^ seines Durchmessersdazu verwendet; das so geschaffene Canoe hat demnach einesehr ungeschickte Form; die Seitenwünde sind oben nach inneneingcbogen, Vorder- und Hinterende sind nur wenig erhöht,sodaß das Fahrzeug auf dem Wasser außerordentlich leicht Um-schlagen würde. Die passende Rundung des Bauches und damitzugleich auch eine größere Stabilität wird nun durch das folgendeVerfahren erreicht. Das Canoe wird, nachdem die vorhin er-wähnten Bohrlöcher in den Wänden durch Holzpflöcke fest ver-stopft sind, mit Wasser gefüllt und dieses durch Einbringen heißerSteine zum Kochen erhitzt; dann werden Querhölzer eingefügt,welche die nachgiebig gewordenen Seitenwünde auseinanderpressenund allmählich durch immer längere ersetzt werden, bis schließlicheine regelmäßige und zweckmäßige Ausbauchung erzielt worden ist.
Die Canves werden in sehr verschiedenen Größen angefer-tigt, die kleinsten sind nur für 2 oder 3 Leute berechnet, diegrößten tragen 30 und mehr Mann. Lisianskh sah einige, die45 Fuß maßen und wohl 60 Mann fassen konnten ^). Mitunterwerden die Wände, wie auch Lütke angiebt, noch durch Seiten-planken erhöht. Bei den größeren sind die Schnäbel öfters mitgeschnitzten Figuren verziert und die Seitenwände bunt bemalt.Nach Lütke führen sie auch Namen, wie: Sonne, Mond, Gestirn,Erde, Insel, Schamane, Walfisch, Otter, Adler, Rabe und der-gleichen, deren entsprechende Figuren am Vorder- und Hinterteilangebracht sind 2).
In der Form sind alle Canoes gleich, lang, schmal undvorn und hinten hoch zugespitzt. Da weder ein Kiel vorhandenist, noch Ausleger benutzt werden, gehört die ganze Geschicklichkeiteines Tlinkit dazu, bei stürmischem Wetter und hohem Wellen-gänge das leichte Fahrzeug vor dem Umschlagen zu bewahren.
Lisicmsky 240.2) Lütke I, 212.