Häusliches Leben.
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worden war, habe er einen seiner Sklaven erschießen lassen, ein-mal um seine verletzte Ehre wiederherznstellen, dann auch, um dievon ihm beleidigte Persönlichkeit zu besänftigen. — Trotzdemmachte aber doch keiner seiner Sklaven den Versuch zu entweichen,weil sie wüßten, daß der Wiedergefangene grausam gefoltert undermordet werden würde *).
Welcher giebt an, daß wenn ein Häuptling einen anderenkränken wolle, er eine bestimmte Anzahl seiner Sklaven opfere,welche Beleidigung der andere dadurch zu erwidern habe, daßer mindestens die gleiche, womöglich aber noch eine größere An-zahl töte. Dies gehe dann so fort, bis der ganze Vorrat anSklaven erschöpft sei^).
Sklavenopfer sind allerdings bis in die neueste Zeit hineingebräuchlich gewesen, doch nur da, wo sie durch die Sitte gebotenwaren, d. h. bei den großen Festen. Weniaminows Angabenhierüber verdienen jedenfalls mehr Vertrauen als die BerichteSimpsons und Beichers, welche letztere bei ihrem kurzen Aufent-halte im Lande und bei ihrer Unbekanntschaft sowohl mit derSprache der Eingeborenen, wie mit der der Russen, weit wenigerimstande waren, genaue Erkundigungen cinzuziehen. Immerhinmögen bestimmte Thatsachen ihren Berichten zu Grunde liegen.Rivalisierende Häuptlinge suchen sich auch heute noch in derFeier von großen Festen zu überbieten, und zu einer solchenFeier gehörte früher auch das Opfer von Sklaven. Dagegenwurden bei einigen Festen, wie wir sehen werden, auch Sklavensrcigegeben, und diese erhielten dann alle Rechte der freigeborenenTlinkit.
In den letzten Jahren hat man von Sklavenopsern nichtsmehr gehört, was seinen Grund sowohl in der geringen Anzahlder Sklaven haben mag, wie in dem Umstande, daß die kost-spieligen großen Feste nur noch selten gefeiert werden. — Auchsind die amerikanischen Behörden bemüht gewesen, ein solchesOpfer zu verhindern, wie sie auch in einzelnen Fällen die Frei-lassung der Sklaven angeordnet haben.
Im Verkehr mit seinen Landsleuten und mit Fremden be-
') Simpson I, 212.
2) Welcher I, 104.
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