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4. Kapitel.
von ihnen: „die Unterlippe durchbohren sie unterwärts über denganzen Mund weg und stecken in den Ritz ein 2 Zoll langes und1 r/z Zoll breites, beinahe wie ein Löffelchen geschnitztes StückchenHolz" H. Auch Welcher fand in der Jakntat-Bai das Lippcn-ornament in allgemeinem Gebrauch; nur die Frau und Tochterdes Häuptlings trugen es nicht.
Schon Lütke bemerkte im Jahre 1827, daß der Lippenlöffelseltener geworden war. Vermutlich war der Widerwille, den dieRussen gegen diesen Schmuck empfanden, der Hauptgrund, daßdie Tlinkit-Weiber demselben so bald entsagten, während sie dochihre sonstigen Gebräuche und Lebensgewohnheiten Leibehielten.
Der Lippenschmuck, sowohl Holzlöffel wie Silberstift, darfübrigens nur von freien Tlinkit-Frauen getragen werden. Skla-vinnen haben die Lippe stets undurchbohrt.
Eine Tätowierung des Körpers haben wir nie wahrgenom-men, doch scheint nach älteren Angaben dieselbe mitunter statt-gefunden zu haben. So sagt Jsmailow von den Jakutat-Weibern:„einige nähen auch das Kinn aus" ; wahrscheinlich thaten siedies in derselben Weise, wie ihre nördlichen Nachbarn, die Es-kimo-Völker, indem sie einen mit Ruß bestrichenen Sehnenfadendurch die Haut zogen, und so blaue Linienzeichnnngen hervor-brachten- — Auch La Perouse erwähnt, daß einige Weiber ein-geritzte Zeichnungen aus den Armen gehabt hätten, und Marchandsagt sogar von den Bewohnern des Norfolk-Sundes, daß einigeMänner auf den Händen und Schienbeinen und fast alle Weibertätowiert gewesen seien.
La Perouse erwähnt noch andere, sonst nirgends unter denTlinkit beobachtete Verunstaltungen des Körpers, nämlich daß siesich Narben aus den Armen und der Brust mit einem eisernenWerkzeuge machten, welches sie wetzten, indem sie damit über ihreZähne, wie über einen Stein führen; auch sollten sie die Zähnebis auf das Zahnfleisch abfeilen, und sich dabei eines abgerun-deten Steines bedienen, welcher die Gestalt einer Zange habe 2 ).
Beide Geschlechter der Tlinkit bemalen ihr Gesicht mitschwarzen und roten Farben. Erstere bereiten sie sich, indem sie
-) Pallas VI, 230.
") La Perouse I, 164.