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Die Tlinkit-Indianer : Ergebnisse einer Reise nach der Nordwestküste von Amerika und der Beringstraße ausgeführt im Auftrage der Bremer Geografischen Gesellschaft in den Jahren 1880-1881 durch die Doctoren Arthur und Aurel Krause
Entstehung
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Dörfer, Häuser und Bewohner.

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tragen. Sehr beliebt, aber auch sehr hoch im Preise, sind Hai-fischzähne, welche durch den Handel mit den südlicheren Indianer-Stämmen erworben werden, desgleichen Perlmutterstücke ans derSchale eines Seeohrs, Ualiotis sx., welches sich südwärts ander Küste findet. Mitunter werden mehrere Löcher in den äußerenRand der Ohrmuschel gebohrt und rote Wolle oder kleine Federndurch dieselben gezogen. Nach Weniaminow und Holmberg solldie Anzahl der Löcher das Ansehen eines Tlinkit bestimmen undjedes Loch auf eine von ihm ausgeführte große That deuten, wiez. B. die Feier eines großen Festes zum Andenken an irgend einenverstorbenen Heldenff.

Die Frauen pflegen silberne Ringe in den Ohren zu tragen.Ihr eigentümlichster Schmuck ist jedoch der Holzpflock, densie in einen Einschnitt der Unterlippe pressen. Da dieser merk-würdige Zierat, der sogenannte Lippenlöffel, jetzt fast völlig außerGebrauch gekommen ist, so lassen wir ältere Zeugnisse, die sichfreilich mehrfach widersprechen, über ihn reden. La Perouseschreibt von den Eingeborenen in der Lituja-Bai: „Alle Weiber,ohne Ausnahme, haben die Unterlippen bis zum Zahnfleisch nachder ganzen Länge des Mundes gespalten und eine Art von höl-zernem Löffel ohne Griff in dem Spalt, welcher sich gegen dasZahnfleisch stützt und die gespaltene Lippe zu einer Wulst nachaußen dehnt, sodaß der untere Teil des Mundes um 2 bis 3 Zollhervortritt. Die Mädchen haben nur einen Nagel in der Unter-lippe, und die verheirateten Weiber haben allein das Recht desLöffels. Wir veranlaßen sie zuweilen diesen Schmuck wegzulassen.Sie entschlossen sich ungern dazu. Sie machten die nämlicheGebärde und äußerten die nämliche Verlegenheit, wie ein euro-päisches Frauenzimmer, wenn man ihr den Busen entblößen würde.Die Unterlippe fiel dann auf das Kinn, und dieses zweite Gemäldewar wenig besser als das erste" ff.

Dixon sagt hierüber: „Diese sonderbare Operation, denFrauenzimmern die Unterlippe zu dnrchschneiden, findet nie wäh-rend der Kindheit statt, sondern scheint, allen Beobachtungen zu-folge, für eine gewisse Lebensperiode bestimmt zu sein. Wenn

ff Holmberg 20.ff La Perouse I, 165.