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Die Tlinkit-Indianer : Ergebnisse einer Reise nach der Nordwestküste von Amerika und der Beringstraße ausgeführt im Auftrage der Bremer Geografischen Gesellschaft in den Jahren 1880-1881 durch die Doctoren Arthur und Aurel Krause
Entstehung
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Das Volk der Tlinkit.

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Außer diesen von Vanconver und seinen Leuten im Laufevon zwei Sommern gesehenen Niederlassungen werden noch' einigeandere erwähnt, von deren Existenz man nur durch die Mit-teilungen der Eingeborenen Kunde erhielt. Wenn ein großerTeil dieser Dörfer verlassen war, so mag die Ursache darin ge-legen haben, daß die Bewohner mit ihren Familien sich zur Jagdund zum Fischfang in die Wälder und Baien begeben hatten,wie sie es auch jetzt noch im Sommer zu thun Pflegen; einigeOrte schienen jedoch seit längerer Zeit unbewohnt zu sein. Eswäre voreilig, daraus auf eine stattgehabte Abnahme der Be-völkerung schließen zu wollen, vielmehr weisen diese Beobachtungennur auf die geringe Seßhaftigkeit des Volkes hin.

Wir werden kaum fehlgehen, wenn wir annehmen, daß zuVancouvers Zeiten die eingeborene Bevölkerung des Gebietesnicht viel zahlreicher als die jetzige gewesen ist. Allerdings sindfür eine Schätzung der Bevölkerungszahl nur wenige zuverlässigeData vorhanden; auch heute noch schwanken die Angaben zwischensehr weiten Grenzen. Mehr jedoch wie 8000 bis 10 000 Seelendürfte das ganze Volk der Tlinkit schwerlich zählen.

Vor der großen Blattcrnepidemie vom Jahre 1836 soll nachWeniaminow ihre Zahl mit Einschluß der zu den Haidas ge-hörigen Kaiganis auf der Prince of Wales-Insel ca. 10000Seelen betragen haben, dann aber auf 6 000 Seelen zurück-gegangen sein. Der Censusbericht vom Jahre 1880 zählt mitAusschluß der Kaiganis 6 763 Seelen').

Diese geringe Bevölkerung ist auf einen Küstenstrich ver-teilt, dessen Ausdehnung in gerader Linie, ungerechnet der über-aus reichen Gliederung, der deutschen Ostseeküste von Memel bisKiel nahezu glcichkommt. Durch gleiche Sprachen und durchgleiche Sitten und durch lebhaften, wenn auch nicht immer freund-schaftlichen Verkehr unter einander stellen sich die Tlinkit als eineinheitliches, von den Nachbarstämmen wohl unterschiedenesVölkchen dar.

Der Name Tlinkit, mit welchem die Eingeborenen sich selberbezeichnenH, bedeutet so viel wieLeute". Das Wort ist sehr

h Ooinpsnclinnr ok tNs tsubü 6snsus t^nrl. II, x. 1427.

2 ) Nach Weniaminow mit dem Znsatz »nntntrun.»", d. h. überall Woh-nende. Weniaminow 28.