Die Heimat der Tlinkit. gl
in den gleichnamigen Fiord im Nordosten des Lynn-Kanalsmündet.
In die gtetschcrreiche Taku-Bucht ergießt sich der Takn-Fluß,ans dessen Thale die Indianer gleichfalls znm Jukon übergehen.Der bedeutendste Fluß ist jedoch der Stikine oder Stakhüi *),wie er von den Eingeborenen genannt wird, welcher unter 56° 40'in den Snchoi-Kanal mündet und etwa 140 Kilometer (dieWindungen ungerechnet) aufwärts für Flußdampfer schiffbar ist.Aus seinem Oberlauf führen Pässe zum Mackenzie hinüber.
Au der Südgrenze unseres Gebietes mündet dann noch inden Portland-Kanal der Näß-Fluß, an welchem schon die süd-lichen Nachbarn der Tlinkit, die Tschimssian, wohnen 2).
Die Witternngsverhältnisse des südlichen Alaska zeigenviele Analogieen mit denen der norwegischen Küste. Die Jahres-mittel sind bedeutend höher, als an Orten gleicher Breite an derOstküste, eine Folge der milden Winter, deren sich dieser Küsten-strich erfreut. In den Mittelwärmen beider Jahreszeiten ent-sprechen sich ungefähr Sitka unter 57° nördl. Breite und Bergenunter 60° 21' nördl. Breite. — An erstdrem Orte sollen bis-weilen schon im Februar blühende Blumen zu finden sein ch.
Wie an der norwegischen Küste ist jedoch auch hier das mildeKlima auf einen schmalen Küstensaum beschränkt. Während inmanchen Wintern die Temperatur in Sitka nur wenige Gradeunter Null sinkt, soll sie mitunter am Cassiare den Gefrierpunktdes Quecksilbers erreichen.
Die ganze Küste gehört zu den niederschlagreichsten der Erde.Die Feuchtigkeit der vorherrschenden Süd- und Südwestwindekondensiert sich an den hohen Küstenbergen zu unaufhörlichenRegengüssen im Sommer und ergiebigen Schneefällen in denlangen Wintern. Während der zweiten Hälfte des Winters 1881
') Die Schreibung dieses Namens, wie aller aus der Sprache der Ein-geborenen entnommenen geographischen Bezeichnungen, ist eine sehr schwankende.Von den vielen Variationen notieren wir nur: Stachin (Bacr und Holmberg);Stickecn (Blake); Stikine (Dall 1884); ferner Stakcen, Stachine, Stahkin,Sthchinc.
2) Eine ausführliche geognostisch-geographische Beschreibung des Tlinkit-Gcbietes befindet sich bei Grcwingk I. v. S. 87 bis 111.
-) Blaschke 36.
Krause, Tlinkit-Jndianer.
6