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3 (1900) 1077 (Schluß) bis 1084
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Excurs 1.

des Kurkollegs (Deutsche Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, Neue Folge,II, — 1897/98 —, Monatsblätter, 1—24, speciell 13 u. 14) Lindner's Aus-führung widerlegte.

Eine erste Schwierigkeit bietet die Aufzählung der in Forchheim an-wesenden geistlichen Fürsten. Denn wie Lindner, in seiner Monographie, 44u. 45, ganz zutreffend nachwsist, stiminen die Angaben nicht, wobei dieser diestarke Abweichung des zweiten Textes des Marianus Scottus, von dem 88. Vmitgetheilten Wortlaute, nicht einmal beachtet. Eben die Aufzählung dieserzweiten Recension, in 88. XIII, in der die von dem ersten Texte und von denPaderborner Annalen genannten Kirchen alle mit erscheinen, dazu die zweisächsischen, deren Inhaber sehr wahrscheinlich sich wirklich eingcfunden habenwerden, dürfte den Vorzug verdienen, da gerade die größere Zahl der aus demfernen sächsischen Lande gekommenen geistlichen Wähler, in Anbetracht derschlimmen Beschaffenheit der Jahreszeit, zumeist auffallen würde"'). Durch dieAnnahme der Ree. alt. fällt auch die Frage nach dem von Marianus Scottüsnicht genannten sechsten geistlichen Wähler fort, den Giesebrecht, III, „An-merkungen", 1155, in Bischof Hermann von Metz suchte.

3Üas den Wahlact selbst anbetrifft, so hatte da Lindner aus einer Com-bination der Berichte Bruno's und des Annalisten festzustellen gesucht, daßder Erzbischof von Mainz als Elector gewählt habe, worauf die anderenGroßen durch gemeinsamen Zuruf ihre Zustimmung ertheilten, ferner daß demActe des öligere derjenige des lauclars — „die —gegenüber stehe:

eben bei dieser Einzelhandlung der Huldigung hätten dann die Wähler sichveranlaßt gefühlt, mit der Aufstellung ihrer Bedingungen hervorzutreten. Alleinstatt dessen ist, im Anschluß an Seeligsr's Erklärung, in Bruno's Schilderungdie Wendung slegsrunt zu interpretiren als „Auslese der Candidntur Rudolf'saus der Zahl der genannten Bewerber", lauäars dagegen als das eigentliche„Wählen" im engeren Sinne des Wortes. Auch die Worte des Annalistenlassen sich ohne allen Zwang mit Bruno in Uebereinstimmung bringen. Indem Satze des Annalisten über den Wahlact ist zu den Worten clsincle acaotsrio aus dem Vorhergehenden spiseopis zu ergänzen; unter den Aus-drücken S6natu8 et populus nimmt der Autor die vorher gebrauchten Begriffe —senatorius orclo („weltliche Fürsten", im Gegensatz zu epmcopi), dann totnmssnatorum nsc non xopuli. . . Collegium — wieder auf, im Hinblick auf dieWahlstimmen der weltlichen Großen und die zustimmenden Rufe des Volkes,woneben in der angehängten Participialconstruction — solita furichuranäiLäslitats 88 . . . . bubicisntss — noch auf die Leistung des Treueides, die vonder Gesammtheit aller Anwesenden — omns8 — ausgeht, Bezug genommenwird. Nirgends aber darf zumal bei dem Annalisten, wenn nicht Mißverständ-nisse in den Text hineingelegt werden sollen, eine zu genaue Deutung derdiesem Autor in sehr flüssiger Form zu Gebote stehenden Ausdrücke angewandtwerden"^).

21) Die Hervorhebung des Umstandes, daß die Sachsen besonders stark betheiligt ge-wesen seien, in einer Reihe von Aussagen über Wahl und Krönung, ist sehr leicht aus derThatsacke erklärlich, daß Rudolf als Gegenkönig ja sehr bald durch seine Verdrängung aus denoberen Landen in Wirklichkeit zum „König der Sachsen" wurde.

22) Es liegt hier wieder eine Warnung vor (vergl. schon Bd. II. S. 864 n. 19), gewissevon den Geschichtschreibern gebrauchte Ausdrücke allzu sehr auszuprefsen. Wenn Lindner inseiner letzten Ausführung (Mittheilungen, XVII, 552) auf die Worte lauäars, besonders aberlauclamentum, bei dem Annalisten seit 1075, großes Gewicht legt, so zeigt eine Durchlesung derfolgenden Jahresberichte, daß der Annalist, wie lauäars in verschiedener Weise (z. B. zu 1079,320 — vergl. ob. S. 211, n. 64 die betreffende Stelle — als „anerkennen", ebenso gewiß auchin der durch Lindner, 1. e., besonders stark betonten Stelle — hier 1077, 292 — über Rudolf:1aut1a.tu8, unetus et eorouatus est, weiter aber zu 1079, 323 — vergl. S. 218, n. 73 — als„geloben": oolloguium), so auch lauäamsntum willkürlich abwechselnd in verschiedenem Sinnegebraucht, ganz abgesehen von der eigentlichen Bedeutung „Lobspruch" (so zu 1>-77. 294), nämlichzu 1078 (308) ungefähr gleichbedeutend mit dem schon vorher zwei Male im gleichen Satze ge-brauchten oolloguium, dann aber (311) in den Verbindungen as^svsnZ et lanäanwntum oder zu1079 (320: die Stolle ist S. 210, n. 63, abgedruckt) lanäamsntum st eoiweniiiw: also etwa„Einwilligung, Zustimmung", dagegen (322) gleich „Beschluß" (aä lioe lauüamsntnm psrvsntumsst). Dieses viel besprochene sEra^lum st lauäamsntuni von 1077 (292) ist dem assensus stlauclamontum des gern wortreichen Annalisten völlig gleichwerthig. Viel seltener, als derAnnalist, braucht Bruno das Wort lauäars, den Ausdruck lauä-unsntum sogar, so viel zu sehen,niemals. Aber wenigstens eine Stelle ist doch auch bei ihm bezeichnend, und zwar geht sie in