Die Wahl des Herzogs Rudolf als Gegenkönig Heinrich's IV. 1077. ZZ5
(scl. Scheffer-Boichorst, 97), die sogenannten Xnnal. Ottenlnir.: n 8igekrido epi-seopo Llogontiae rex oräinatur (88. V, 7), die Würzburger Chronik: in ineäiaguadragesima. apnd Llagontiain unctu8 est in regem a 8igslvido arclnepiseopo(in der Restitution durch Buchholz, 48). Der selbst Mainz angehörende MarianusScottus, (Lron., a. 1100, resp. 1078 (kee. alt., a. 1101), ist äußerst dürftig:doininies. msdias guadragssimns Nogontia ungunt in regem (88. V, 561, resp.XIII, 79). Gallus Öhem fährt an der S. 631 erwähnten Stelle fort: rvardntk mittvasten rno ülentx nit on ainen Iclainsn riuolotl und vsrgiessen msnselr-lielies dluotts von 8igitrido ertrdiselmtk erlrüctit. In den Xnnal. s. Oisibodisteht beispielsweise nur: clnetus Naguntiam, oonssoratus sst a 8igetrn1o arcln-episeopo in regem, in den Xnnal. Ornnrvilarsns., a. 1076: Ruocloltus duxXlemsnniae in regem Llagnntis oräinatur (88. XVII, 8, XVI, 725).
— Für die Herbeiführung der Erhebung der Mainzer Bürger ist jeden-falls — das hat Greving's Schrift sehr richtig hervorgehoben °") — die Auf-hetzung der simonistischen Geistlichkeit gegen Rudolf nur von untergeordneterBedeutung gewesen. Daß Rudolf der Besiegte war, mochte auch am 26. Märzder offene Kampf gegen die Städter unter schwerem Verluste für die Angreiferin dem unter ihnen angerichteten Blutvergießen seinen Verlauf genommenhaben, ist aus der Art, wie die Räumung von Mainz geschah, trotz der be-schönigenden Darstellung durch die für Rudolf eintretende» Schilderungen, klarzu erkennen. Daß sich die Ereignisse auf zwei Tage vertheilten, wie hier —mit Giesebrecht — angenommen wird, und daß der Weggang Rudolf's, mitErzbischof Siegfried, nicht schon in der Nacht des 26. auf den 27. März geschah,ist schon deßwegen nothwendig anzunehmen, weil auch »ach Frutolf's Dar-stellung eine Vermittlung des Erzbischofs, die allerdings sicher nicht den vonrudolfinischer Seite behaupteten Charakter hatte, eingetreten ist, ein Dazwischen-trete», das am Krönungstage selbst, »ach allen Vorgängen desselben, durchauskeinen Platz mehr hätte: auch ist die Erkenntniß Rudolf's und der Seinigen,daß nichts Anderes übrig bleibe, als Mainz zu verlassen, sehr viel begreiflicher,wenn auch am zweiten Tage, am 27., nochmals ein nunmehr für die Städtergünstigerer Zusammenstoß eingetreten war.
Nach dem für seine Zeit ganz beachtenswerthen Merke des großen Ge-lehrten des Benedictinerordens, Abt Martin Gerbert des Stiftes St. Blasien,betitelt: Os Rndolplio 8usvico (Ixp. 8anlilas, 1785), hat zuerst der 1878 frühverstorbene Schüler von Waitz, O. Grund, in der Schrift: Die Wahl Rudolfsvon Rheinfelden zum Gegenkönig (1870) die Geschichte der Königswahl von1077, speciell 67—86, behandelt. Dann verbreiteten sich neuerdings Mauren-brecher, Geschichte der deutschen Königswahlen vom zehnten bis dreizehntenJahrhundert (1889), 115—119, sowie Lindner, Die deutschen Königswahlen unddie Entstehung des Kurfürstenthums (1893), 44—48 (wonach insbesondere überdie laudatio, 72—76), theilwsise im Gegensatz gegen die von Giesebrecht, III,431—434, und „Anmerkungen", 1155 u. 1156, gebrachten Ausführungen —über die Forchheimer Wahl. Aber Seeliger, der auch, Waitz, Deutsche Verf.-Gesch-, VI, 2. Ausl., sich, 202 n. 2, gegen Lindner's übrigens durch R. Schröder,Lehrbuch der deutschen Rechtsgeschichte, 2. Aust., 457 ff., angenommene Auf-fassung aussprach, richtete Lindner's Erklärung entgegen die Abhandlung: NeueForschungen über die Entstehung des Kurkollegs, in den Mitthsilungen desInstituts für österreichische Geschichtsforschung, XVI (1895), 44—96 (speciell57—59), worauf Lindner antwortete: lieber die Entstehung des Kurfürsten-thums, eine Entgegnung (in der gleichen Zeitschrift, XVII — 1896 —, 537—583, speciell 551—553) und Seeliger wieder: Forschungen über die Entstehung
20) Greving, I. o , 104, sagt: „Für Rudolf war es bei den oberdeutschen Neformklöstern einewarme Empfehlung, von den Simonisten gehaßt und verfolgt zu werden, der schönste Ruhm, siederb gezüchtigt zu haben; politischem Haß dagegen zum Opfer gefallen, heimlich im schützendenDunkel der Rächt aus der Krönungsstadt entwichen zu sein, das war für den neuen Herrschereine Schmach und schände. Daher werden er und die Ssinigen nach Kräften bemüht gewesensein, die Welt über den wahren Grund und Ausgang des Mainzer Aufruhrs zu täuschen".