Gregor's VII. Beziehungen zu Dänemark, Norwegen, Tadel an Welf. 169
und Petrus in den göttlichen Gesetzen fleißig unterrichtet, mit denAufträgen des apostolischen Stuhles nach Norwegen zurückgehenund dort als in der Sprache, dem Wissen, den Sitten wohl-erfahrene Prediger für Gott wirken könnten. Aber daneben hältder Papst auch die staatlichen Angelegenheiten des Nordens wohlim Auge. Er weiß von den Anfechtungen des Königs Harald Heindurch die eigenen Brüder, voran durch Knut, und daß diese dieHülfe Olaf's für ihre eigensüchtigen Absichten anrufen wollten.So legt er Olaf dringend an das Herz, daß er sich nicht zurLeistung von Beistand hiefür verlocken lasse, damit nicht aus derZersetzung des dänischen Reiches der Zorn Gottes gegen ihn er-wachse; denn es heiße in einem Ausspruche Christi: „Ein jedesReich, das in sich selbst getheilt ist, wird entvölkert werden unddas Haus auf das Haus fallen". Der König soll dafür sorgen,daß Harald Hein seine Brüder mit Liebe im Reiche aufnehme undnach Vermögen ihnen von den übrigen Gütern und Ehren zutheile,so daß hier so nahe an den wilden Heiden Verwirrung unter deinchristlichen Volke und Schädigung der Kirchen vermieden würden"^).So nahm sich der Papst dieser Reiche gegen Mitternacht auf dasfleißigste an; doch davon, daß sie in ihrem kirchlichen Aufbau durchgültige Anordnungen seiner Vorgänger dem Verbände der Ham-burger Erzkirche eingefügt seien, schwieg er, angesichts der Stellung,die Liemar an Heinrich's IV. Seite einnahm, völlig.
Noch ganz am Schlüsse des Jahres hatte endlich Gregor VII.einem oberdeutschen Fürsten, der sonst stets zu den eifrigsten An-hängern des römischen Stuhles zählte, sowie einigen Bischöfeneine deutliche Zurechtweisung zu ertheilen für gut befunden. Am30. December ging in erster Linie an Welf, den abgesetzten Herzogvon Baiern, ein Schreiben ab, das mit den Worten begann: „WennIhr aufmerksam nach dem Maßstab der Billigkeit des bischöflichenAmtes, nicht nach Eurem eigenen Willen erwäget, was wir thun,was wir über die allgemeine Sachlage, oder vielmehr über die sosehr große Verwirrung Eures Reiches, aussprechen, so werdet Ihrgegen uns nicht murren, sondern erkennen, daß wir auf dem Wegeunserer Väter unter Gottes Führung nach dem Verdienste desheiligen Apostels Petrus einherschreiten". Unter Hinweis auf das,was der heilige Geist auf der römischen Synode — Gregor VII.zeigt da im Besonderen auf die Fastensynode, nachher auch auf dieNovembersynode zurück — gewirkt habe, will der Papst, daß Welfund die an seiner Seite stehen, die Macht des heiligen Petrus an-erkennen, in der Hoffnung auf Besseres Dank sprechen, statt zu
"0 Zu 4. 5054 (ksgistr. V, 10- vergl. ob S. 84 in ll. 127) ist 4. 5096; (keZistr. VI, 18, I. e., 348—345) heranzuziehen. Gregor VII. sagt da: Rslaturnnobi8 est, IratrW roZi8 vanoruiu (so. Ilarsläi üoin) aä vWlraiu so eontuli88ssxoollontigin ( 80 . zu Olaf), ut, vs8tri8 viridu8 oopiibguo nitentW, guatiuu8 oumj illi8 rognuin cliviäat, Iratrein oogsrs intonäunt, und ertheilt danach seine
; Weisungen (der Bibelspruch steht Iwe. XI, 17). Vergl. auch Bd. II, S. 743.