Druckschrift 
6 (1907) 1106 bis 1116
Entstehung
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Einleitung.

abwärts nach Cöln ausgewichen und vermochte hier nochmals, amEnde des November und im Beginne des December, einige Fürstenum sich zu vereinigen.

Von da ab nahmen die Dinge einen immer rascheren un-günstigen Verlauf für den Kaiser. Dieser gedachte, zu dem nun-mehr von Heinrich V. nach Mainz auf die Weihnachtszeit aus-geschriebenen Reichstage sich auch seinerseits zu verfügen, um daauf dem Wege des Rechtsganges eine Entscheidung seiner An-gelegenheit herbeizuführen. Aber gerade diese in den Maßnahmendes Vaters hervortretende Absicht war für den Sohn die dringendeAufforderung, es gar nicht dazu kommen zu lassen, daß Heinrich IV.hier, in der ihm anhänglich gesinnten Stadt, sich zeige und sovielleicht die bisherigen Erfolge störe. Es galt, ein Auftreten desKaisers in Mainz um jeden Preis zu verhindern. So rückteHeinrich V. dem Vater, der inzwischen bis nach Coblenz am Rheineemporgekommen war, entgegen. Er verstand es, bei einer Zusammen-kunft mit dem Kaiser, auf der er diesem seine kindliche Unterwürfig-keit zu zeigen suchte, die Zustimmung zu der gewünschten Ver-söhnung mit dem apostolischen Stuhle ihm abzugewinnen, wogegener selbst das Versprechen an ihn gab, für die sichere Führung nachMainz auf das Weihnachtsfest, für die begehrte Aussöhnung mitdem Papste, hernach für die gesicherte Zurückführung aus Mainzsorgen zu wollen. So schenkte der Kaiser diesen Zusicherungen Ver-trauen, und gemeinsam wurde der Weg am Rhein aufwärts an-getreten. Aber am 23. December zeigte Heinrich V., nach der An-kunft in Bingen, seine eigentliche Absicht. Der Kaiser wurde unterdem Vorwände, der Erzbischof von Mainz werde den im BanneLiegenden in Mainz nicht einlassen, nach der Burg Bökelheim inengen Gewahrsam gebracht, wo er die Festtage in kläglichster Weisezubringen mußte. Bischof Gebehard von Speier, der ihm zumWächter gesetzt war, setzte ihm so lange zu, bis er, um nur seineFreiheit zurückzuerlangen, zu Erklärungen sich entschloß, die schonden Verzicht auf die Herrschaftsübung in sich enthielten, immerhinnoch mit dem Gedanken, vielleicht vor der Neichsversammlungdurch sein Erscheinen eine günstige Einwirkung für sich erzielen zukönnen. Allein die dem Kaiser zu gewährende Zusammenkunftwurde nun nicht nach Mainz, sondern, auf den 31. December, nachIngelheim angesetzt, wo Heinrich V. mit seinem Anhänge aus denFürsten, ganz besonders aber mit den beiden Legaten, dem Cardinal-bischof Richard von Albano und Bischof Gebehard von Constanz,erschien. Hier mußte Heinrich IV. in tiefster Erniedrigung seinebedingungslose Thronentsagung, unter dem äußeren Anschein frei-williger Handlung, aussprechen, ebenso das von den Legaten be-gehrte Sündenbekenntniß, auf dem Boden ausgestreckt, vor Geist-lichkeit und Laien ablegen, ohne daß sich Richard zu einer Los-sprechung, die nur in Rom erhältlich sei, herbeigelassen hätte. Dannblieb der aller Würde Entkleidete in Ingelheim zurück. Heinrich V.aber empfing in Mainz vor dem Reichstag aus Erzbischof Ruothard's